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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Verhütung und Sexualleben

Thromboserisiko durch Pille


Nicht jede Pille ist gleich sicher


Kombinationspillen mit den Hormonen Östrogen und Gestagen erhöhen das Risiko, eine Thrombose zu erleiden, das ist bekannt. Eine niederländische und eine dänische Studie haben jetzt unabhängig voneinander herausgefunden, dass das Thromboserisiko aber nicht bei allen Präparaten gleich hoch ist.

Schon früh wurde das erhöhte Thromboserisiko als Nebenwirkung der Pille erkannt. Hersteller halten deshalb seit den 60er Jahren den Östrogen-Anteil in den Präparaten so gering wie möglich. Was bisher übersehen wurde, ist, dass auch das Gestagen einen Einfluss auf das Thromboserisiko hat. Wissenschaftler des Leiden Medical Center und der Universität Kopenhagen sind zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Frauen ihr Risiko senken könnten, wenn sie eine Pille mit anderem Gestagen nehmen würden. Manche Präparate führen häufiger zu Blutgerinnseln, als andere. Es zeigte sich, dass das Gesamtrisiko durch die Einnahme der Pille um das Fünffache ansteigt. Eine genauere Analyse machte in der Folge jedoch Abweichungen sichtbar.

Schwankungen zwischen vierfachem und siebenfachem Risiko

Die niederländische Studie untersuchte die Daten von 1.524 Frauen, die an einer Thrombose erkrankt waren. Die Frauen, die eine Pille mit dem Gestagen Levonorgestrel nahmen, hatten das geringste Risiko. Es war jedoch noch immer viermal höher als bei Frauen, die keine Pille nahmen. Präparate mit Desogestrel oder Cyproteronazetat führten zum hächsten Thromboserisiko: siebenmal höher als ohne Pille. Bei Präparaten mit Norgestimat oder Drospirenon erhöhte sich das Risiko immerhin um das Sechsfache.

Auch die dänischen Forscher fanden bei einem Datenabgleich zweier landesweiter Register heraus, dass Präparate mit Levonorgestrel mit einem geringeren Risiko in Verbindung standen als jene mit Desogestrel oder Drospirenon.
Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass orale Verhütungsmittel noch immer einen entscheidenden Einfluss auf das Thromboserisiko haben und viele Frauen nicht die sichersten Präparate einnehmen.

Insgesamt ist das Thromboserisiko eine eher geringe Gefahr, erhöht sich aber bei weiteren Faktoren wie etwa Rauchen. Frauen, die mit einer Kombinationspille verhüten, müssen deshalb also das Präparat nicht absetzen, können nun aber prüfen, welches Gestagen es enthält und wie hoch dessen Risikofaktor ist. Welches Präparat für die einzelne Frau am besten geeignet ist, kann sie dann mit ihrem Arzt besprechen.

 


19.08.2009 | Von: Stefanie Grutsch