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Diagnosefinder
Übergewichtig und unterernährt
Von Pommes, Chips und Burgern kann man nicht leben
Übergewichtig und doch nicht ausreichend ernährt – aus ernährungsmedizinischer Sicht hat sich in letzter Zeit ein Problem offenbart, das paradox erscheint. Nicht nur in Schwellenländern, auch in den Industriestaaten ist dieser Widerspruch immer häufiger zu beobachten, schreibt Dr. Andrea Schneider in der Fachzeitschrift Aktuelle Ernährungsmedizin.
Selber kochen mit frischen, regionalen Produkten
Studien weisen demnach darauf hin, dass das gleichzeitige Auftreten von Übergewicht und einer unzureichenden Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen häufig mit ärmlichen Lebensverhältnissen in Zusammenhang steht. Doch nicht nur arme Menschen sind von Mangelernährung bei gleichzeitigem Übergewicht betroffen. Wer sich wenig Zeit zum Kochen und Essen nimmt, greift häufiger auf Fertig-Produkte, Pizzadienst und Fast Food-Ketten zurück und gibt so viel Geld für minderwertiges Essen aus.
In finanziell angespannten Situation kaufen Familien häufig qualitativ mindere Lebensmittel, die ihnen als kostengünstige Sattmacher erscheinen, es aber zum großen Teil gar nicht sind. Tendenziell eher teuer und mit hoher Kaloriendichte sind zum Beispiel die meisten Fertigmahlzeiten. Wer dagegen selbst kocht und hauptsächlich auf Obst und Gemüse aus der eigenen Region zurückgreift, das gerade Saison hat, ernährt sich automatisch gesund und preisgünstig.
Kalorienreich, aber nährstoffarm
Sehr energiedichte Nahrungsmittel sind zu fettig und beinhalten gerade die ungesunden gesättigten Fette. Außerdem weisen sie einen hohen Anteil an hoch aufgeschlüsselten Kohlenhydraten wie Zucker auf und enthalten zu wenige Ballaststoffe. Der niedrige Gehalt an Vitaminen und Mikronährstoffen führt letztendlich zum Phänomen der Mangelernährung. Das vermehrte Fettgewebe der Übergewichtigen beeinträchtigt außerdem den Stoffwechsel von Vitamin-D und Eisen.
Über Ernährungsprogramme - wie beispielsweise die hochwertigen Schulmahlzeiten des amerikanischen "National School Lunch Program" - könnte man direkten Einfluss auf die "risikobelasteten Bevölkerungsgruppen" nehmen. Solche Programme lösen nach Meinung Schneiders das Problem aber nicht allein. Sie sind kein Garant für den Konsum gesünderer Lebensmittel im privaten Bereich. Wichtiger sei, in zentralen Einrichtungen wie Schulen eine gesunde Ernährungsweise vorzustellen und die Kennzeichnung von Lebensmitteln in Lebensmittelmärkten und Discountern nach dem Ampelprinzip.



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