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Überstunden machen herzkrank
Lange Arbeitszeiten erhöhen Herzinfarktrisiko
Britische Beamte vertragen keine Überstunden. Das zeigt eine groß angelegte Langzeitstudie, an der mehr als 10.000 Staatsdiener teilnahmen. Bei ihnen ließ sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den Überstunden und dem Herzinfarktrisiko nachweisen.
Schon drei Stunden sind zu viel
In der groß angelegten Studie werden seit 1985 die Daten von über 10.000 britischen Beamten erfasst, Forscher befragen sie zu ihrem Lebensstil und haben Einblick in ihre Krankenakten. Die aktuelle Auswertung berücksichtigt die Daten von über 6.000 Teilnehmern, die mehr als 10 Jahre lang beobachtet wurden. In dieser Zeit kam es zu 369 Herzinfarkten.
Es zeigte sich, dass Überstunden diese gesundheitliche Gefahr erhöhten. Schon drei bis vier Stunden über der normalen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden ließen die Herzinfarktrate steigen – um 60 Prozent. Bis zu zwei Überstunden scheinen dagegen verkraftbar zu sein, sie zeigten keine Auswirkungen. Dass andere Risikofaktoren das Ergebnis beeinflusst haben, schließt Studienautorin Marianna Virtanen aus: „Der Zusammenhang zwischen Überstunden und Herzkrankheiten war unabhängig von Rauchen, Übergewicht und hohen Cholesterinwerten.“
Urlaub auf Rezept
Warum die Überstunden das Herz krank machen, kann sich die Wissenschaftlerin noch nicht eindeutig erklären. Mehrere Gründe sind denkbar, wie erhöhter Blutdruck durch den Arbeitsstress, oder dass diejenigen, die viele Überstunden machen, seltener zum Arzt gehen, auch öfter krank zur Arbeit kommen und insgesamt die Vorsorge vernachlässigen. Als Rat an alle, die zu viel arbeiten, zitieren die Forscher abschließend den Philosophen Bertrand Russell: „Wenn ich Arzt wäre, würde ich jedem einen Urlaub verschreiben, der glaubt, Arbeit sei wichtig.“



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