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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Vorsorge für Kinder
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Vergiftungsunfälle bei Kindern


Richtig handeln, rechtzeitig vorbeugen


Das größte Gesundheitsrisiko für Kinder sind Unfälle: Neben Stürzen kommen auch Vergiftungen häufig vor. Vergiftungsunfälle müssen je nach Art und Schwere fachgerecht behandelt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt in einer aktuellen Broschüre den Eltern Hinweise, was zu tun ist, wenn ein Kind giftige Substanzen geschluckt hat.

Vergiftungen gehören zu den Hauptursachen, weshalb Kinder im Krankenhaus behandelt werden. Im Jahr 2007 mussten bundesweit 8.610 Kinder wegen einer Vergiftung ins Krankenhaus. Laut den Experten des BfR wäre der überwiegende Teil dieser Unfälle vermeidbar, wenn Eltern, Erzieher und Lehrer über die Risiken informiert wären.

Verwechslungsgefahren im Haushalt


Haushaltsprodukte wie Putzmittel und Körperpflegemittel sind die häufigsten Ursachen für Vergiftungen bei Kindern. Auch Medikamente, Pflanzen und Pilze können gefährlich werden. Hat ein Kind versehentlich ätzenden Abflussreiniger getrunken, sollte man ihm sofort Tee, Wasser oder Saft zu trinken geben, aber unter keinen Umständen Erbrechen auslösen. Ebenso ungeeignet gegen Vergiftungen sind Milch und Salzwasser, obwohl sich hartnäckig die Meinung hält, das wären ‚gute Hausmittel’ im Notfall. Bei Vergiftungen durch Pflanzen oder Pilze ist es wichtig, zur genauen Bestimmung des Gifts Proben von der betreffenden Substanz zu sichern.

Bei Medikamenten besteht die Gefahr, dass es zu Verwechslungen kommt. Da bei der Dosierung das Alter von Kindern eine große Rolle spielt, dürfen Eltern ihren Kleinen etwa keine Medikamente geben, die für ältere Geschwister verschrieben wurden. Es kommt auch vor, dass Kinder statt der Fluoridtablette gegen Karies irrtümlicherweise die Schilddrüsen- oder Jodidtablette eines Erwachsenen bekommen.

Tipps für die Aufbewahrung


Um Verwechslungen zu vermeiden und neugierigen Kleinkindern den Zugang zu gefährlichen Substanzen im Haushalt zu erschweren, gibt es Einiges, was Eltern beachten sollten: Medikamente und Putzmittel etwa nur in abschließbaren Kästen aufzubewahren. „Besonders häufige Quellen möglicher Vergiftungen sind Zigaretten, die auf Couchtischen griffbereit liegen“, heißt es in der Broschüre der BfR. Bei Eltern kleiner Kinder muss sich ein Bewusstsein für solche Gefahrenquellen entwickeln.

Handeln im Notfall


Hat sich ein Kind vergiftet, gilt es zunächst Ruhe zu bewahren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt, bei Beschwerden wie Atemstörungen, Krampfanfällen oder starken Schmerzen sofort die Notrufnummer 112 zu wählen. In weniger aktuen Fällen beraten die Giftnotrufzentren in Deutschland – deren Notrufnummern sind auf apotheken.de jederzeit verfügbar.


19.06.2009 | Von: Stefan Holler