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Diagnosefinder
Verkehrslärm schwächt Konzentration
Zuglärm weckt Schlafende am häufigsten
Der nächtliche Lärm von Flugzeug, Bahn und Straße unterbricht den Schlaf und verschlechtert die Leistungsfähigkeit am Morgen. Zuglärm lässt schlafende Anrainer am häufigsten aufwachen, dahinter rangieren Auto- und Fluglärm. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Im Schlaf beschallt
Die Wissenschaftler zeichneten elf Nächte lang den Schlaf von 72 Erwachsenen aller Altersgruppen mit Hilfe eines Polysomnografie-Gerätes auf. So ein Gerät überwacht den Schlaf umfassend, es misst Hirnströme, Herzrhythmus, Atmung, Muskelspannung und vieles mehr. In der Untersuchung wurden die Schlafenden mit Geräuschen von Fluglärm, Autos und Zügen beschallt, wobei die Forscher den Schalldruckpegel und die Zahl der Lärmereignisse jedes Mal änderten. Der Körper reagiert auf diese Störung durch höhere Herzfrequenz und Blutdruck, zusätzlich wird das zentrale Nervensystem aktiviert. Das führt je nach Lärmpegel bis zur Aufwachreaktion, an die man sich auch am nächsten Morgen noch erinnern kann, während manche Störungen zwar den Schlaf beeinträchtigen, die Schläfer aber nicht aufwecken.
Leistungsschwäche nach lauter Nacht
Nach dem Aufstehen überprüften die Forscher dann Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Geschicklichkeit der Teilnehmer. Je höher die Frequenz des Nachtlärms und dessen Lärmdruckpegel war, desto schlechter waren die Testergebnisse. Wenn in der Nacht die Ruhe fehlte, war die Reaktionszeit am Morgen durchschnittlich um 3,6 Millisekunden langsamer. „Besonders stark ist die nächtliche Erholung gestört bei Menschen, die sensibel für Unterbrechungen des Schlafs sind. Dazu gehören Schichtarbeiter, Senioren und Menschen mit chronischen Erkrankungen“, sagt Studienleiterin Eva-Maria Elmenhorst.
Lärmschutz gegen Zuglärm überdenken
Dass gerade der Zuglärm stört, liegt daran, dass das laute Geräusch sehr plötzlich kommt. „Diesen schnellen Anstieg des Lärmpegels, der den Schlaf am meisten stört, gibt es etwa beim Straßen- oder Fluglärm weniger“, sagt Elmenhorsts Kollege Uwe Müller. Relevant sind die Ergebnisse nach Ansicht der Autoren für den Lärmschutz. In Deutschland darf Schienenlärm um fünf Dezibel lauter sein als der von Autos und Flugzeugen, bevor Lärmschutz Pflicht ist. Dabei beruft man sich auf Studien, die zeigten, dass Schienenverkehr tagsüber als am wenigsten belästigend empfunden wird. „Aufgrund der feststellbaren physiologischen Reaktionen im Schlaf sollte dieser Bonus jedoch neu überdacht werden“, rät Elmenhorst.



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