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Diagnosefinder
Versteckter Zucker schadet dem Herz
Erhöhte Cholesterinwerte durch Zucker in Fertigkost
Fertiggerichte machen nicht nur dick, der darin versteckte Zucker schadet auch dem Herz. Zu diesem Schluss kommen Forscher der Emory University in Georgia, USA. Sie beobachteten acht Jahre lang die Ernährungsgewohnheiten von 6.000 Erwachsenen und maßen ihre Blutwerte. Diejenigen, die am meisten Fertigkost mit Zucker konsumierten, hatten die höchsten Risikowerte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Täglich 46 Teelöffel Zucker
Die Forscher analysierten ausschließlich, wie viel „versteckten Zucker“, also Zuckerzusätze in industriell gefertigten Nahrungsmitteln, die Studienteilnehmer aßen. Die Spitzenverbraucher brachten es täglich auf umgerechnet 46 Teelöffel davon, bei der Gruppe mit dem niedrigsten Verbrauch waren es drei Teelöffel. Insgesamt konsumierten die Studienteilnehmer durchschnittlich 90 Gramm Zucker nur in Fertiggerichten, was 359 Kalorien entspricht. Das ist ein Sechstel des empfohlenen Kalorienverbrauchs. 1977 betrug der Anteil der Kalorien, die Verbraucher in Form von Zucker aus Fertiggerichten zu sich nahmen, nur ein Zehntel davon.
Nicht nur Fettiges erhöht Cholesterinwerte
In der Studie wollten die Forscher herausfinden, ob der Zucker aus Fertiggerichten Einfluss auf Gesundheitswerte hat, die bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle spielen. Sie kontrollierten Blutfettwerte wie Triglyzeride und das „schlechte“ LDL-Cholesterin sowie zum Vergleich das „gute“ HDL-Cholesterin. Tatsächlich waren diese Werte in der Gruppe, die viel Gesüßtes aßen, deutlich schlechter als bei den Zuckersparern.
„Hohe Triglyzerid- und Cholesterinwerte kommen nicht nur durch fettreiche Ernährung zustande. Zucker hat denselben Effekt“, lautet die Schlussfolgerung von Studienleiterin Miriam Vos. Bisher wurde vermutet, dass die erhöhten Cholesterinwerte immer ein Nebeneffekt des Übergewichts sind, das mit übermäßigem Zuckerkonsum einhergeht. Dass die Menschen überhaupt immer mehr Zucker essen, sei die Folge der Entwicklung in der Nahrungsmittelproduktion. „Versteckter Zucker wird in den vergangenen Jahrzehnten immer häufiger eingesetzt, besonders in Fertignahrung, weil der süße Geschmack beim Kunden den Kaufanreiz steigert“, sagt die Forscherin.
Fertigprodukte genau prüfen
Um Schäden für Herz und Kreislauf zu vermeiden, ist es ratsam, Lebensmittel beim Einkauf auf Zuckerzusätze zu prüfen, denn er steckt auch drin, wo man ihn nicht vermutet: etwa in Fertigpizza oder -soßen. Der Zuckergehalt sollte in der Nährwerttabelle auf der Packung angegeben sein, allerdings wird er häufig in den Kohlenhydrat-Angaben versteckt. Man kann die Zuckermenge auch aus der Zutatenliste schließen: Je früher Zucker aufscheint, desto mehr ist enthalten. Auch spezielle Bezeichnungen wie Glucose, Fructose oder Saccharose bedeuten nichts anderes als Zucker.
- Links:
- Die ausführlichen Studienergebnisse wurden in der Fachzeitschrift JAMA (Journal of the American Medical Association) online veröffentlicht (Englisch).



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