Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Gesund leben | Vorsorge

Eltern und Kind

Gesundheit und Politik

Krankheiten | Therapie

Premium Gesundheitsinfos

Archiv

«
Februar - 2012
»
SMDMDFS
 
01
02
03
05060708091011
12131415161718
19202122232425
26272829 

Diagnosefinder

diagnosefinder
Medizinlexikon
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Twitter
 
Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Ernährungsmedizin
In Deutschland wird es keinen Zusatz von Folsäure in Mehl und Vitamin D in der Milch geben.
Weitere interessante Artikel

Vitamin D und Folsäure in Nahrung


Keine verpflichtende Anreicherung von Lebensmitteln in Deutschland


Eine verpflichtende Anreicherung von Lebensmitteln mit Folsäure, wie sie in den USA und Kanada besteht, wird es in Deutschland nicht geben. Das bestätigte Dr. Christian Grugel vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bei der Max Rubner-Konferenz zu Vitamin D und Folsäure in Karlsruhe. 

Mit Vitamin D und Folsäure sind die Deutschen unterversorgt. Angereichte Grundnahrungsmittel wie Mehl und Milch gibt es in Deutschland trotzdem nicht, weil die Maßnahme zu ungenau wäre. 86 Prozent der Frauen und 79 Prozent der Männer erreichen den empfohlenen Wert für die tägliche Zufuhr von Folsäure nicht. Andererseits gibt es Personen, die über Nahrungsergänzungsmittel und angereicherte Lebensmittel das Fünf- bis Zehnfache der empfohlenen Menge aufnehmen. 

Zu viel Folsäure ist problematisch - zu wenig auch

Bisherige Studien zeigen, dass bei bereits bestehenden Krebsvorstufen im Darm viel Folsäure eine fördernde Wirkung auf die Krebsentwicklung hat. Gibt es diese Krebsvorstufen nicht, verringert Folsäure degegen das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. 

Außerdem verhindert Folsäure während der Schwangerschaft Fehlbildungen des Neugeborenen wie den "offenen Rücken". Andererseits gibt es Hinweise auf eine fördernde Wirkung auf Darm-, Brust- und Prostatakrebs. Deshalb muss man ganz gezielt je nach Personenkreis, Alter und weiteren Faktoren das Vitamin zuführen. In der Schwangerschaft etwa ist das sehr wichtig. Die Anreicherung von Lebensmitteln ist dafür keine geeignete Maßnahme, denn Lebensmittel sind für jeden und in jeder Menge frei verfügbar. Deshalb bestünde die Gefahr, dass etwa Kinder, Senioren oder Menschen mit Vorerkrankung zu viel Folsäure aufnehmen würden. 

Natürliche Vitamin D-Quellen: Fisch, Leber und Sonnenschein 

Vitamin D ist unter anderem für Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen unersetzlich und erfüllt weitere wichtige Aufgaben im Körper. Einen Mangel an Vitamin D haben sogar über 90 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer. Die meisten Vitamin-D-Quellen wie Fisch oder Leber werden von den Deutschen meist verschmäht. 

Der Körper kann Vitamin D zwar auch selbst herstellen, dafür braucht er aber Sonnenlicht. Weil sich die Menschen aber immer seltener in der Sonne und gerade im Winter zu wenig Tageslicht erwischen, bildet die Haut nicht genug Vitamin D, erklärt Professor Hans-Konrad Biesalski von der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin. 

Vitamin D gegen Knochenbrüche 

Professor Biesalski empfiehlt deshalb für ältere Menschen eine zusätzliche Versorgung mit Vitamin D über Nahrungsergänzungsmittel. Bei dieser Bevölkerungsgruppe sei der Vitamin D-Spiegel besonders niedrig, da ältere Menschen sich seltener im Freien aufhalten und auch die Vitamin-D-Bildung in der Haut mit zunehmendem Alter immer schlechter wird.

Studien haben gezeigt, dass eine gute Vitamin D-Versorgung alter Menschen wirksam das Sturz- und Knochenbruchrisiko verringert. Zu viel Vitamin D kann dagegen schwere Schäden verursachen wie Kalzium-Ablagerungen in Niere, Herz, Lunge und den Gefäßen. Vitamin-D-Präparate können zu einer solchen Überversorgung führen und sollten daher nur nach Rücksprache mit einem Arzt genommen werden.


28.10.2009 | Von: Dorothee Steeb; Bild: iStockphoto