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Vorhofflimmern: zu oft unentdeckt


Viele Schlaganfälle ließen sich vermeiden


Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen und bleibt dennoch oft unentdeckt. Doch damit steigt die Gefahr, dass die ahnungslosen Patienten einen Schlaganfall erleiden. Darauf macht das „Kompetenznetz Vorhofflimmern“ angesichts aktueller Studienergebnisse aufmerksam.

Eine Million Ahnungslose betroffen

Herzrasen, Herzstolpern, innere Unruhe – so macht sich in vielen Fällen Vorhofflimmern bemerkbar, aber eben nicht immer. Die Studie des Kompetenznetzes hat gezeigt, dass 70 Prozent aller Vorhofflimmer-Episoden völlig unbemerkt verlaufen, weil keinerlei Symptome auftreten. Die Experten glauben deshalb, dass eine Million Deutsche von der Herzrhythmusstörung betroffen sind, ohne es zu ahnen.

„Untersuchungsprogramme zur Früherkennung gefährdeter Bevölkerungsgruppen sind daher eine wichtige Aufgabe für die Zukunft“, sagt Prof. Günter Breithardt zu den Studienergebnissen. Gefährdet sind vor allem Menschen über 50 Jahren, Patienten mit Bluthochdruck, Herzschwäche oder koronarer Herzkrankheit.

„Kenne deinen Puls“

Diesen Risikopatienten empfiehlt Breithardt neben der Früherkennung beim Arzt, ihren Blutdruck selbst im Auge zu behalten. Der Arzt diagnostiziert Vorhofflimmern zweifelsfrei anhand eines EKGs. Typisch für diese Rhythmusstörung ist aber auch ein völlig unregelmäßiger Pulsschlag, den Patienten selbst erkennen können. „Jeder sollte regelmäßig seinen Puls kontrollieren. Wenn der Herzschlag unregelmäßig oder zu schnell ist, sollte man zum Arzt gehen, um zu klären, ob Vorhofflimmern vorliegt“, rät Breithardt. Wenn der Arzt die Rhythmusstörung frühzeitig erkennt und mit gerinnungshemmenden Medikamenten behandelt, kann er die meisten Folgeschäden verhindern.

Während des Vorhofflimmerns ist die Pumpfunktion in den Herzvorhöfen eingeschränkt, sodass sich dort Blutgerinnsel bilden können. Wird ein solches Gerinnsel mit dem Blutstrom ins Gehirn gespült, kann es dort ein Gefäß verstopfen und so zum Schlaganfall führen. Rund ein Fünftel aller Schlaganfälle wird durch Vorhofflimmern verursacht. Oft enden sie tödlich oder führen zu einer lebenslangen körperlichen und geistigen Behinderung.


09.06.2010 | Von: Stefanie Grutsch