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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Kinderkrankheiten

Wann Kindern der Schädel brummt


Auch Kinder haben häufig Kopfschmerzen


Kopfschmerzen sind kein Erwachsenen-Phänomen, etwa 10 bis 30 Prozent aller Kinder leiden mindestens einmal in der Woche daran. Unter welchen Umständen Kopfschmerzen bei Kindern besonders häufig auftreten, haben jetzt Wissenschaftler der Universität Göttingen untersucht. Sie befragten die Kinder nach Schmerzen und analysierten zudem ihre familiäre Situation.

Dabei fanden sie heraus: Etwa 50 Prozent der Kinder hatten nie Kopfschmerzen. Aber 4,5 Prozent der Jungen und 9 Prozent der Mädchen litten mindestens einmal pro Woche daran. Mit zunehmendem Alter traten wöchentliche und monatliche Kopfschmerzattacken häufiger auf.

Familienprobleme machen Kopfschmerzen

Beim Vergleich mit den Angaben der Kinder zu ihrer Lebenssituation wurde klar, dass diese einen Einfluss auf die Beschwerden hat. Häufige Streitigkeiten in der Familie erhöhten bei den Jungen die Wahrscheinlichkeit für Kopfschmerzen. Gab es öfter als ein Mal pro Woche Krach, stieg das Risiko um 80 Prozent. Hatten die Jungen nur selten Zeit für sich selbst, war außerdem die Gefahr für die Kopfschmerzattacken mehr als verdoppelt, berichten die Forscher im Deutschen Ärzteblatt International.

Bei den Mädchen kam es darauf an, ob die Eltern besonders positiv oder negativ auf die Kopfschmerzen reagierten. In beiden Fällen stieg die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten der Beschwerden um 25 Prozent.

Für ihre Untersuchung befragten die Wissenschaftler 8.800 Haushalte, in denen ein Kind im Alter zwischen 7 und 14 Jahren lebte. Drei weitere Befragungen folgten jedes Jahr. Mit dem ersten Fragebogen ermittelten sie eine Reihe von psychosozialen Faktoren, deren Einfluss auf das Kopfschmerzrisiko sie in den Folgeuntersuchungen betrachteten. Solche Langzeitstudien können dazu beitragen, passende Präventionsprogramme zu entwickeln und therapeutische Maßnahmen zu verbessern.


08.09.2009 | Von: Susanne Kemmer