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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Warnung vor Wundgel


Krebspatienten dürfen Wundgel nicht verwenden


Das Wundgel Regranex® fördert das Krebswachstum und darf deshalb künftig nicht mehr bei Krebspatienten eingesetzt werden. Davor warnt der Hersteller in einem Schreiben an Ärzte und Apotheker. Eine neue Studie hat gezeigt, dass das seit dem Jahr 2000 zugelassene Medikament die Sterblichkeitsrate unter Krebspatienten erhöht.

Wachstumsfördernde Wirkung für Krebspatienten schädlich


Das Wundgel mit dem Wirkstoff Becaplermin unterstützt die Heilung von Wunden und Geschwüren beim diabetischen Fuß. Es wirkt, indem es die Bildung von Bindegewebe fördert und damit das Abheilen der Wunde beschleunigt. Doch genau dieser Effekt ist für Krebspatienten gefährlich, denn offenbar wirkt er auch auf Tumoren wachstumsfördernd. In der Studie des Herstellers hat sich gezeigt, dass Krebspatienten, die drei oder mehr Tuben Regranex® verwendet haben, ein deutlich höheres Sterberisiko hatten. Es wurden die Daten von 1622 Krebskranken geprüft, die mit dem Gel behandelt worden waren und mit denen einer Kontrollgruppe von 2809 Patienten verglichen.

Angesichts des Ergebnisses ist das Medikament laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte für den Einsatz bei Krebspatienten nun nicht mehr zugelassen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hatte bereits im Jahr 2008 eine entsprechende Warnung veröffentlicht.


16.03.2010 | Von: Stefanie Grutsch