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Warten auf Organspende


Die Zahl der Organspender steigt, ist aber immer noch nicht groß genug


Immer mehr Menschen in Deutschland sind bereit, durch Organspende Leben zu retten. Das zeigt die jüngste Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Im Jahr 2001 hatten zwölf Prozent der Befragten einen Organspendeausweis, 2008 waren es 17 Prozent.

Die aktuellen Studienergebnisse der BZgA zeigen, dass 50 Prozent der Befragten gut bis sehr gut über die Organ- und Gewebespende informiert sind. Mit 48 Prozent ist der Anteil derer, die bereits daran gedacht haben, sich einen Organspendeausweis zu besorgen, ebenfalls hoch.

Immer noch zu wenig Spenderorgane


In den vergangenen 45 Jahren wurden in Deutschland rund 94.000 Organe transplantiert. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation lässt sich bei den Organspenderzahlen im ersten Quartal 2009 wieder ein Aufwärtstrend verzeichnen. Im Jahr 2008 war die Zahl der Organspenden um über acht Prozent zurückgegangen. Bundesweit warten derzeit etwa 12.000 Patienten auf eine Transplantation. Täglich sterben drei von ihnen, weil es nicht genug Spenderorgane gibt.

„Ärzte werden von drei Vierteln aller Befragten als wichtigste Gesprächspartner zum Thema Organspende benannt“, sagt Elisabeth Pott, die Direktorin der BZgA. Seit dem Jahr 2001 hat das Vertrauen in die ärztliche Beratung deutlich zugenommen. Doch auch das persönliche Gespräch mit Partnern und Angehörigen spielt für 50 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle. Die 14- bis 25-Jährigen diskutieren mit Freunde über das Thema Organspende.

Kostenloses Infotelefon rund um die Organspende


Derzeit ist es in Deutschland nicht möglich, sich als Organspender zentral registrieren zu lassen. Daher reicht es vollkommen aus, einen Organspendeausweis bei sich zu führen. Viele Krankenkassen verschicken die Ausweise kostenlos. Wer sich zu einer Organspende bereit erklärt, muss sich vorher nicht ärztlich untersuchen lassen. Ob die Organe für eine Transplantation medizinisch geeignet sind, wird erst geprüft, wenn die Organspende tatsächlich ansteht.

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hat die BZgA einen telefonischen Informationsdienst zur Organ- und Gewebespende sowie zur Transplantation eingerichtet. Das gebührenfreie Infotelefon ermöglicht es, im persönlichen Gespräch von einem geschulten Team Informationen und Antworten auf Fragen zur Organspende zu bekommen.


05.06.2009 | Von: Stefan Holler