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Diagnosefinder
Warum macht Fruchtzucker dick?
Forscher finden Antworten im Gehirn
Fruchtzucker versteckt sich in vielen industriell gefertigten Lebensmitteln. Hersteller bewerben den Zusatz oft als „die gesunde Süße aus Früchten“. Das Tückische: Fruchtzucker macht dicker als Traubenzucker. US-amerikanische Forscher entschlüsselten jüngst, woran das liegt.
Gehirn macht Essverhalten sichtbar
Jeder hat seine eigenen Vorlieben beim Essen. Das Gehirn entscheidet darüber, was einem schmeckt und was nicht. Es erkennt aber auch, wann der Magen voll und der Hunger gestillt ist. Mit dem funktionellen Magnetresonanztomografen (fMRT) lässt sich aufzeichen, wie das Gehirn auf verschiedene Nährstoffe reagiert. Dass es nicht auf jeden Stoff gleich reagiert, wissen Mediziner schon länger. Jetzt untersuchten Jonathan Purnell und seine Mitarbeiter erstmals genauer, wie Fruchtzucker auf das Gehirn wirkt.
Fruchtzucker fördert Esslust
Sie behandelten insgesamt neun normalgewichtige Freiwillige mit drei verschiedenen Infusionen: die erste Gruppe erhielt eine Lösung aus Fruchtzucker, die zweite eine Lösung aus Traubenzucker und die dritte bekam Kochsalzlösung zur Kontrolle. Parallel dazu überprüften die Forscher mit dem MRT, welche Gehirnareale bei den Studienteilnehmern aktiv waren.
Im Vergleich fiel auf, dass die beiden Zucker ganz unterschiedlich wirkten. Unter dem Einfluss von Traubenzucker waren vor allem Areale in der Großhirnrinde aktiv, die das Essverhalten kontrollieren. Sie sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis von Lust und Frust beim Essen. Fließt statt Traubenzucker Fruchtzucker durch die Blutbahn, sieht das ganz anders aus: Hier ist das Kontrollzentrum gar nicht aktiv. Das heißt, es fehlt die Instanz, die das Essverhalten im Gleichgewicht hält. Dadurch werden Reaktionen zwar an, aber nicht mehr abgeschaltet. Im Endeffekt weckt Fruchtzucker so die ständige Lust zu essen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum er dicker macht als Traubenzucker und eher zu Übergewicht führt.



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