Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Gesund leben | Vorsorge

Eltern und Kind

Gesundheit und Politik

Krankheiten | Therapie

Premium Gesundheitsinfos

Archiv

«
Mai - 2012
»
SMDMDFS
 01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
2728
29
30
31
 

Diagnosefinder

diagnosefinder
Medizinlexikon
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Twitter
 
Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Warum manche schwer an HUS erkranken


Grund könnte ein fehlgesteuertes Immunsystem sein


Viele Patienten, die am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankt sind, kämpfen mit Nierenversagen und schweren neurologischen Schäden. Forscher aus Greifswald und Bonn haben eine neue mögliche Ursache dafür entdeckt: so genannte Autoantikörper, die körpereigenes Gewebe angreifen.

Patienten leiden an gestörter Gerinnung

Die Forscher fanden heraus, dass viele schwer betroffenen Patienten solche selbstzerstörerischen Antikörper bilden. Diese Eiweiße entstehen durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Die Forscher vermuten, dass sich durch die Autoantikörper ein bestimmter Gerinnungsfaktor ansammelt. Die Folge: Wichtige Gehirnregionen und die Nebennieren werden nur noch unzureichend durchblutet. „Dies führt dann zu der schwerwiegenden Symptomatik“, erklärt Andreas Greinacher, Transfusionsmediziner an der Uniklinik Greifswald.

Antikörper entstehen Tage nach der Infektion

Die Autoantikörper bilden sich erst im Laufe der EHEC­Erkrankung. Ärzte können sie frühestens fünf Tage nach der Infektion im Blut nachweisen. „Damit erklärt sich, warum die Patienten die Durchfallerkrankung in der Regel bereits überstanden haben und erst danach die schweren neurologischen Symptome auftreten“, erklärt Greinacher. Warum nicht alle Patienten diese Autoantikörper bilden, sei aber noch unklar.

Therapie: Autoantikörper herausfiltern

Ähnlich wie die EHEC-Giftstoffe lassen sich auch Antikörper aus dem Blut entfernen. Die Ärzte in Greifswald haben bereits begonnen, Patienten mit einer entsprechenden Therapie zu behandeln. Ob die Patienten davon profitieren, wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen. Die Ärzte jedenfalls sind zuversichtlich: „Die ersten Entwicklungen bei den Blutwerten stimmen uns optimistisch“.


08.06.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek