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Wechseljahre: verbesserte Therapie

Hormonpflaster bergen kein Schlaganfallrisiko

Viele Frauen leiden in den Wechseljahren unter erheblichen Beschwerden. Mit Hormonen lassen sie sich bekämpfen, doch die Hormontherapie hat zahlreiche ernste Nebenwirkungen. Eine davon – das Schlaganfallrisiko – lässt sich laut einer Studie im britischen Ärzteblatt vermeiden, wenn die Hormone mittels Pflaster statt in Tabletten verabreicht werden.

Niedrig dosierte Pflaster im Vorteil

Der Östrogenmangel in den Wechseljahren beschert Frauen Hitzewallungen, Herzrasen, Schwindel und viele andere Beschwerden. Die Hormonersatztherapie dagegen ist allerdings auch nicht harmlos: Sie verursacht ein erhöhtes Brustkrebs-, Thrombose- und Schlaganfallrisiko. Üblicherweise werden die Hormone in Tablettenform genommen, doch Pflaster haben offenbar einen Vorteil. Sie erhöhen zumindest das Schlaganfallrisiko nicht.

Darauf deutet eine Studie von Wissenschaftlern des Bremer Instituts für Präventionsforschung und der kanadischen McGill Universität hin. Für ihre Untersuchung konnten sie auf eine britische Datenbank zurückgreifen, die die Krankenakten von mehreren Millionen Patienten anonym erfasst hat. Sie werteten die Daten von 870.000 Frauen im Alter über 50 Jahren aus. So fanden sie heraus, dass niedrig dosierte Hormonpflaster das Schlaganfallrisiko überhaupt nicht erhöhen. Hormone in Tablettenform und hoch dosierte Pflaster dagegen erhöhen das Risiko um bis zu 88 Prozent. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Präparate nur Östrogen enthielten oder mit dem Hormon Progesteron kombiniert waren. Nur Frauen, die die Hormontabletten nicht länger als ein Jahr einnahmen, sind nicht öfter von Schlaganfällen betroffen als Frauen, die keine Therapie bekommen.

Generelle Empfehlung noch zu prüfen

Die Ursache für die größere Sicherheit von Pflastern ist laut dem deutschen Ärzteblatt wahrscheinlich, dass die Pflaster die Hormone langsamer und gleichmäßiger abgeben. Außerdem müssen durch die Haut aufgenommene Wirkstoffe nicht Darm und Leber passieren, was auch zu dem Effekt beitragen könnte.

Als generelle Empfehlung für niedrig dosierte Hormonpflaster deuten die Studienautoren ihre Ergebnisse trotzdem noch nicht. Sie wollen erst in größeren, klinischen Studien bestätigen, dass niedrig dosierte Pflaster das Schlaganfallrisiko nicht erhöhen.


07.06.2010 | Von: Stefanie Grutsch; Bild: 123rf.com


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