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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Wechselwirkungen vermeiden


Harmlose Medikamente werden in Verbindung oft gefährlich


„Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ – jede Arzneimittelwerbung muss mit diesem Hinweis versehen sein. Aber wer hält sich daran? Viele Patienten nehmen Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind, ohne sich ausreichend beraten zu lassen. Es gibt in Deutschland rund 20.000 solcher Arzneimittel mit etwa 2.000 verschiedenen Wirkstoffen. Wer sie unsachgemäß kombiniert, riskiert gefährliche Wechselwirkungen.

Nur kompetente Beratung schützt

Zwar sind in Deutschland zugelassene Medikamente sicher, weil sie vor ihrer Freigabe einen langen Genehmigungsweg durchlaufen, was aber nicht überprüft werden kann, sind drohende Wechselwirkung. „Problematisch ist es, wenn Patienten viele Medikamente auf einmal einnehmen. Von verschiedenen Ärzten verordnet, von der Apotheke, vom Heilpraktiker, im Supermarkt um die Ecke gekauft. Doch die Wechselwirkung von Arzneien kann lebensgefährlich sein“, sagt der Mediziner Professor Hans Dieter Klimm.

Was im Körper passiert, wenn verschiedene Wirkstoffe gleichzeitig wirken, ist nur spärlich erforscht. Nur für sieben Prozent der möglichen Zweierkombinationen gibt es wissenschaftliche Studien. Sobald es ganze Medikamente-Cocktails sind, wird es noch schwieriger. Für Patienten ist es im Grunde unmöglich, die Gefahr durch die Wechselwirkung einzuschätzen. Und auch Mediziner und Apotheker können nur dann kompetent beraten, wenn Sie umfassend informiert sind, welche Arzneien der Patient oder Kunde gleichzeitig einnimmt. Sie sind also auf die Informationen des Patienten angewiesen.

Das Risiko minimieren

Dafür gibt es einige Tipps, die helfen, die Arzneimitteleinnahme noch sicherer zu machen:

  • Eine Liste aller Arzneimittel führen, die derzeit eingenommen werden. Die Liste sollte den Arzneimittelnamen sowie die vorgesehene Dosierung beinhalten.
  • Die Liste bei jedem Arztbesuch und bei jedem Kauf von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten in der Apotheke vorlegen. Der Apotheker kann mit seinem Fachwissen helfen, schädliche Wechselwirkungen zu vermeiden.
  • Immer an die Dosierungsvorgaben halten.
  • Auf Nebenwirkungen achten und den Arzt oder Apotheker informieren, wenn Beschwerden auftreten.
  • Vorsicht bei akuten Erkrankungen, die die Ess- und Trinkgewohnheiten ändern. Dadurch kann es nötig sein, die gewohnte Arzneimitteleinnahme anzupassen oder zu unterbrechen.
  • Den Arzt oder Apotheker bitten, dass er den Beipackzettel erklärt. Die Informationen darin sind nicht immer leicht zu verstehen.

07.05.2010 | Von: Stefanie Grutsch