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Weniger Raucher, weniger Krebstote


Krebsrate in Europa sinkt


Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Krebstoten in Europa zurückgegangen. Vor allem Menschen im mittleren Alter fallen seltener einer Krebserkrankung zum Opfer. Das berichtet ein internationales Forscherteam aus Italien und der Schweiz.

Todesrate sinkt bei Männern und Frauen

Die Wissenschaftler vom Mario Negri Institut in Italien und der Universität Lausanne haben die Zahl tödlicher Krebserkrankungen in den Jahren 1990 bis 1994 mit denen der Jahre 2000 bis 2004 verglichen. Ihre Analyse ergab, dass die Krebs-Todesrate in den 27 EU-Ländern bei Männern um neun Prozent gesunken ist und bei Frauen um acht Prozent. Weiterhin gibt es aber große Unterschiede zwischen den einzelnen EU-Ländern und was die Art der Erkrankung betrifft auch zwischen den Geschlechtern, wie die Forscher im Fachjournal „Annals of Oncology“ schreiben.

Weniger Tabak, mehr Vorsorge

Die Hauptursache für die positive Entwicklung ist, dass die Europäer weniger rauchen. Das führt laut der Analyse zu einem deutlichen Rückgang von Lungenkrebs und verwandten Krebserkrankungen bei Männern. Weniger Krebserkrankungen am Magen und seit einiger Zeit auch am Dickdarm tragen außerdem zu der Entwicklung bei. „Wo aber Alkohol und Rauchen oder beides zusammen zugenommen haben, vor allem unter den Frauen, da hat sich auch die Zahl der tödlichen Krebserkrankungen erhöht“, warnen die Forscher. Das betrifft sowohl Lungenkrebs als auch Erkrankungen im Mund und Rachenraum.

Außerdem haben nach Angaben der italienischen Krebsforscherin Cristina Bosetti Vorsorge und Früherkennung zum Rückgang von Gebärmutterhals- und Brustkrebs beigetragen. Gerade beim Brustkrebs hat sich auch die Behandlung verbessert, sodass mehr Patientinnen überleben. Die Todesrate bei Brustkrebs sank der Studie zufolge insgesamt um 13 Prozent.

Unterschiede zwischen EU-Ländern


Die Länder mit der höchsten Krebssterberate sind – bei Männern – Ungarn, Tschechien und Polen, bei Frauen Dänemark, Ungarn und Schottland. Um die Entwicklung weiterhin positiv zu beeinflussen, empfehlen die Forscher den anhaltenden Kampf gegen das Rauchen, den Alkohol und ungesunde, fleischlastige Ernährung. Auch Vorsorge und Früherkennung müssten in ganz Europa weiter gestärkt werden.


14.01.2010 | Von: Stefanie Grutsch