Gesund leben | Vorsorge
Eltern und Kind
Gesundheit und Politik
Krankheiten | Therapie
Premium Gesundheitsinfos
Archiv
« |
Mai - 2012 | » |
||||
| S | M | D | M | D | F | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | ||
| 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
Diagnosefinder
Wenn Kinder keine Angst zeigen
Furchtlose Kinder empfinden weniger Mitgefühl
Das Angstverhalten von Kindern lässt darauf schließen, wie sozial sie sind. Diejenigen, die kaum Angst haben, sind gefühlsarmer und aggressiver als ihre ängstlichen Kindergartengenossen. Auch anderen Menschen gegenüber sind sie deutlich gleichgültiger. Das berichten aktuell israelische Forscher der Universität Haifa.
Je weniger Angst, umso weniger Gefühle
An der Studie nahmen 80 Kinder im Alter von drei bis vier Jahren teil. Die Wissenschaftler testeten zweimal im Abstand von einem Jahr, wie ängstlich und wie sozial sich die Kinder verhielten: jeweils zu Hause, im Kindergarten und im Labor. Um das soziale Verhalten der Kinder einzuschätzen, sollten diese Gesichtsausdrücke von Gleichaltrigen bewerten und ihnen Gefühle zuordnen. Das gelang den nicht ängstlichen Kindern offenbar schlechter als den ängstlichen. Daher schließen die Forscher auch, dass die „Nicht-Angsthasen“ weniger Mitgefühl für Gleichaltrige empfinden. Auch aggressives Verhalten machten die Forscher verstärkt bei den nicht ängstlichen Kindern aus. So nutzten die „Nicht-Angsthasen“ ihre Freunde öfter aus, erkannten deren Nöte nicht und halfen ihnen auch nicht. Zudem entwickelten sie kaum Schuldgefühle, wenn sie jemandem unrecht taten oder etwas angestellt hatten. Dafür aber waren sie auffallend freundlich, lächelten oft und knüpften leichter Kontakte als die „Angsthasen“.
Liebe statt Strafe
Nach Meinung der Wissenschaftler hat das gestörte Sozialverhalten der Kinder wenig mit dem Erziehungsstil und dem Befinden der Eltern zu tun. Auch der soziale Status spiele eine untergeordnete Rolle. Vielmehr bestimmen genetische und neurologische Faktoren, wie sich die Kinder verhalten. Einen Mangel an Mitgefühl und Angstlosigkeit etwa führen die Wissenschaftler auf Probleme im Gefühlszentrum, der so genannten Amygdala, zurück. Betroffene Kinder erregen sich insgesamt weniger und entwickeln wenig starke Gefühle. Sie zu disziplinieren, bringe daher gar nichts. Erziehungsmaßnahmen beeindrucken sie kaum. Was die Kinder viel mehr benötigen, damit sich ihre sozialen Defizite nicht verstärken: elterliche Liebe und Wärme.



zurück