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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen
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Wie die Liebe schmeckt


Bei Verliebten gerät der Geschmackssinn durcheinander


Frisch Verliebte nehmen süß und bitter nicht mehr so recht wahr, salzig und „sauer“ dafür umso mehr.

Nachweislich verliebt


Wer sich nicht sicher ist, wie sehr er verliebt ist, könnte auf seinen Geschmackssinn achten, um es herauszufinden. Forscher vom Technologie und Transferzentrum Bremerhaven haben eine Studie zum „Geschmack der Verliebtheit“ veröffentlicht. Sie zeigt, dass der hormonelle Ausnahmezustand der Verliebten die Geschmackswahrnehmung für salzig und sauer sensibilisiert. Süß und bitter nehmen sie dagegen vermindert wahr.

Teilnehmen durften nur Personen, die ihre Verliebtheit auch nachweisen konnten. Das gelingt anhand der „Passionate Love Scale“, die von 0 bis 135 Punkten reicht. Alle 59 Studienteilnehmer, vorwiegend Frauen, hatten mindestens 105 Punkte erreicht und gelten damit als „sehr verliebt“. Die international anerkannte Liebesskala ermittelt den Grad der Verliebtheit anhand von Fragen wie „Denken Sie häufig an Ihren Partner, wenn Sie getrennt sind?“ oder „Macht es Sie glücklich, wenn Sie Ihrer Partnerin eine Freude machen können?“. 31 der Tespersonen fielen dabei in die Kategorie „frisch verliebt“, weil sie die geliebte Person erst weniger als sechs Monate kannten.

Schuld sind die Hormone


Der Geschmackssinn dieser nachweislich verliebten Studienteilnehmer wurde dann mit dem, einer weniger glücklichen Gruppe verglichen. Es zeigte sich, dass die verliebten Testpersonen auf Bitterreiz und Süßreiz auffallend unempfindlich reagierten. Saure und salzige Geschmäcker nahmen sie tendenziell besser wahr als die weniger Verliebten. Schuld sind die Hormone – Verliebte haben weniger von dem Botenstoff Serotinin im Blut. „Serotonin ist an der Geschmacksausbildung der Eindrücke „süß“ und „sauer“ beteiligt. Je weniger Serotonin die Tester im Blut haben, desto schwächer fällt der geschmackliche Impuls bei der Wahrnehmung aus. Bei der Übermittlung von sauren und salzigen Geschmackseindrücken läuft eine andere Signalkaskade ab und es sind andere Botenstoffe beteiligt, daher wird die Erkennung dieser Grundgeschmacksarten nicht beeinträchtigt“, erklärt Dr. Mark Lohmann, Leiter der Studie.

Vewundern könnte, dass der als „Glückshormon“ bekannte Botenstoff Serotonin bei Verliebten reduziert ist. Für das Hochgefühl der Liebe ist aber ein anderer Stoff zuständig: Das Noradrenalin macht Liebende euphorisch und glücklich, während Serotonin eher beruhigend wirkt.


22.05.2009 | Von: Stefanie Grutsch