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Wie weit muss der Blutzucker runter?


Werte bei Diabetes richtig einstellen


Wer an Diabetes leidet, muss seinen Blutzucker in Schach halten – da sind sich die Ärzte einig. Wie stark der Blutzuckerspiegel sinken muss, ist allerdings umstritten. Während manche der Meinung sind, Diabetiker sollten ähnlich Werte erreichen wie gesunde Menschen, sehen es andere nicht so streng. Forscher des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) haben nun Risiken und Nutzen der „normnahen“ Blutzucker-Einstellung bewertet.

Normnahe oder moderate Werte?

Diabetiker wissen: Um gesundheitliche Folgeschäden zu vermeiden, sollte man mit Sport und einer zuckerarmen Ernährung den Blutzuckerspiegel regulieren. Manche müssen auch zu blutzuckersenkenden Medikamenten greifen. Doch auf welchem Niveau soll der Blutzuckerspiegel eingestellt werden?

Um zu beurteilen, ob der Blutzucker langfristig gut eingestellt ist, messen Ärzte den so genannten HbA1c-Wert. Dieser Blutwert gibt an, wie hoch der Blutzucker in den letzten drei Monaten durchschnittlich war. Bei gesunden Menschen liegt der HbA1c-Wert in der Regel unter 6 Prozent. Manche Ärzte empfehlen Diabetikern, ihren Blutzucker auf einen „normnahen“ Wert unter 6,5 Prozent abzusenken. Andere sind weniger streng und raten zu Werten zwischen 6,5 und 7,5 Prozent.

Keine der Einstellungen überlegen

Ob ein normnaher Blutzuckerspiegel der weniger strengen Variante vorzuziehen ist, überprüften vor kurzem Ärzte des IQWIG. Sie werteten die Daten von 28.000 Menschen mit Typ-2-Diabetes aus. Dabei ergab sich, dass eine normnahe Einstellung das Risiko für Herzinfarkte leicht senken kann.

Doch die strenge Blutzuckereinstellung hatte auch einen Nachteil: Sie führte häufiger zu schweren Unterzuckerungen. Je stärker der Blutzucker gesenkt wurde, desto häufiger traten Unterzuckerungen auf. Die Folge sind im schlimmsten Fall Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle sowie Atem- und Kreislaufprobleme.

Den Forschern zufolge lässt sich nicht pauschal sagen, welcher Blutzucker-Wert angestrebt werden sollte. Denn im Großen und Ganzen war keine der Einstellungen der anderen überlegen. Die Forscher empfehlen Diabetikern deshalb die richtige Blutzucker-Einstellung individuell mit ihrem Arzt zu besprechen.


18.11.2011 | Von: Andrea Bronberger