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Diagnosefinder
Wie wirkt eigentlich Stress?
Körper bildet vermehrt Entzündungsstoffe
Stress und Ärger fördern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Was aber passiert genau im Körper, wenn sich jemand ärgert oder gestresst fühlt? US-amerikanische Forscher geben eine Antwort darauf.
Reden in der Öffentlichkeit als Stressaufgabe
Judith Carroll und ihre Mitarbeiter von der Universität Pittsburgh baten 102 Freiwillige im durchschnittlichen Alter von 50 Jahren eine Rede zu halten – und zwar vor einer Jury und bei laufender Videokamera. Vor, während und nachdem die Studienteilnehmer sprachen, beobachteten die Forscher deren körperliche Reaktionen. Dafür maßen sie zu den jeweiligen Zeitpunkten den Blutdruck der Studienteilnehmer und wiesen bestimmte Entzündungswerte im Blut nach. Zusätzlich teilten die Redner den Forschern mit, wie sie sich selbst während der fünfminütigen Rede gefühlt hatten.
Stress fördert Entzündungsprozesse
Aufgeregt vor der Rede waren offensichtlich alle Studienteilnehmer. Ihre Herzfrequenz und ihr Blutdruck nahmen während des Redens deutlich zu. Denjenigen, die später meinten, stark unter Druck gestanden zu haben, konnten die Forscher die Aufregung nicht nur im Gesicht, sondern auch im Blut ablesen. So war bei den sehr aufgeregten Rednern der Wert für den Entzündungsmarker Interleukin 6 (IL-6) deutlich erhöht im Vergleich zu den Ruhigeren.
IL-6 ist ein Botenstoff, den Zellen des Immunsystems bilden. Normalerweise dient IL-6 dazu, Infektionen im Körper abzuwehren. Steigt der IL-6-Wert allerdings an, ohne dass eine Infektion vorliegt, greifen die entzündlichen Prozesse auf körpereigenes Gewebe über. So kommt es etwa vermehrt zu Schäden an den Gefäßen. Je stärker sich diese ausprägen, umso größer ist auch das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Wer dem vorbeugen möchte, sollte also am besten Ärger und Stress vermeiden.
- Links:
- Die Studienergebnisse sind im Fachmagazin "Brain, Behavior, and Immunity" online veröffentlicht.



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