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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Vorsorge aktiv

Winter macht depressiv


Lichtmangel schlägt auf die Psyche


In den Wintermonaten lässt sich die Sonne nur selten blicken – mit fatalen Folgen für Körper und Geist. Das fehlende Licht ist Schuld an der niedergeschlagenen Stimmung oder dem so genannten Winterblues, an dem viele leiden. Die biologische Erklärung liefern Forscher der Medizinischen Universität in Wien.

Zu wenig Serotonin

Der Winterblues äußert sich nicht allein durch Antriebslosigkeit und Müdigkeit, sondern oft auch durch Heißhungerattacken, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Probleme. Diese depressive Verstimmung entsteht bei einem Mangel an Serotonin. Der Botenstoff Serotonin – auch „Glückshormon“ genannt – bestimmt unsere Gefühlslage. Sind wir verstimmt, ist der Serotoninspiegel im Gehirn zu niedrig. Ein Transporter überträgt das Serotonin in die Nervenzellen. Schon frühere Studien zeigten, dass die saisonalen Schwankungen des Serotonins an den Veränderungen dieses Transporters liegen. Aus diesem Grund schwankt unsere Stimmung abhängig von der Jahreszeit. 

In der Studie untersuchten die österreichischen Wissenschaftler den Serotonin-1A-Rezeptor. Er ist die Andockstelle an der Zielzelle, die das Serotonin aufnimmt. Dieser Rezeptor funktioniert bei Depressionen und Angststörungen nicht mehr richtig. Die Forscher entdeckten im Versuch mit 36 Probanden, dass er auch bei Lichtmangel weniger leistet als bei Sonnenschein.

Mit Licht gegen Trübsal

Die Studienergebnisse bestätigen, welche enorme Wirkung Licht auf unsere Psyche hat. So ist es kein Wunder, dass Lichttherapien bei schweren Winterdepressionen schnell Besserung bringen.

Wer aber nur leicht verstimmt ist, kann viel tun, um sich besser zu fühlen. Gehen Sie oft an die frische Luft, auch bei schlechtem Wetter. Denn trotz grauer Wolken ist das Tageslicht heller als jede Lampe. Bewegung und eine vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung kurbelt die Serotoninproduktion an. Entspannungstechniken und Heilkräuter wie Baldrian und Johanniskraut helfen gegen innere Unruhe. Und nicht vergessen: Der Winter ist irgendwann vorbei und dann verfliegt auch der Winterblues.


20.12.2011 | Von: Julia Heiserholt