Gesund leben | Vorsorge
Eltern und Kind
Gesundheit und Politik
Krankheiten | Therapie
Premium Gesundheitsinfos
Archiv
« |
Mai - 2012 | » |
||||
| S | M | D | M | D | F | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | ||
| 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
Diagnosefinder
Wie Cholesterin wirkt
Hoher Cholesterinspiegel ist ein Grund für Arteriosklerose
Hohe Konzentrationen von LDL-Cholesterin im Blut erhöhen das Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen. Das ist seit längerem bekannt. Auch, dass spezielle Immunzellen, die Makrophagen, eine wichtige Rolle dabei spielen. Doch der genaue Zusammenhang ist noch immer unklar. Eine aktuelle Studie zeigt, dass ein hoher Cholesterinspiegel nur einer von mehreren Faktoren ist, die sich auf die Entstehung von Arteriosklerose auswirken.
„Medikamente, die den Cholesterinspiegel im Blut senken, können daher vermutlich nur zum Teil das Risiko von Arteriosklerose und damit einer Herz- und Gefäßerkrankung senken", erklärt Dr. Norbert Smetak vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK). Er bezieht sich dabei auf eine Studie der University of Washington in der Fachzeitschrift „Cell Metabolism“.
"Schaumige Zellen" erhöhen das Risiko
Makrophagen sind ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems. Sie fressen Krankheitserreger und beseitigen abgestorbene Körperzellen. Sie nehmen jedoch zum Beispiel auch LDL-Cholesterin auf. Werden sie dabei mit Cholesterin überladen, bilden sich in ihrem Zellinneren Fetttröpfchen und sie erscheinen unter dem Mikroskop als so genannte schaumige Zellen. In der Folge bleiben diese Makrophagen an den Gefäßwänden kleben und bilden arteriosklerotische Plaques.
„Die US-amerikanischen Wissenschaftler haben in ihren Studien mit Mäusen herausgefunden, dass ein komplexes Netzwerk von Signalmolekülen daran beteiligt ist, wenn die Makrophagen sich in schaumige Zellen verwandeln. Ein hoher Cholesteringehalt im Blut ist dabei nur eine Einflussgröße", berichtet Smetak. „So konnten die Forscher ein Signalmolekül identifizieren, bei dessen Fehlen die Makrophagen schaumig wurden, ohne dass besonders viel Cholesterin im Blut war."
Cholesterinspiegel nicht isoliert betrachten
Die Ergebnisse legen nahe, dass jeder Einflussfaktor, der das Signalnetzwerk in den Makrophagen stört, Arteriosklerose und damit Herz- und Gefäßkrankheiten begünstigt. „Am wichtigsten wäre es demnach, die Funktion dieses Netzwerks aufrechtzuerhalten und nicht nur einzelne Einflussgrößen wie den Cholesterinspiegel isoliert zu betrachten und zu behandeln. So können bestimmte Ernährungsgewohnheiten, wie fett- und zuckerreiche Nahrung sowie genetische Veranlagung vermutlich das Netzwerk stören", sagt Smetak. Damit Patienten mit Herzerkrankungen optimal behandelt werden können, sollten sie daher dem Arzt möglichst genaue Angaben zu Lebensweise, Ernährungsgewohnheiten sowie Herzerkrankungen in der Familie machen, rät der Herzspezialist.



zurück