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Redaktion apotheken.de » Neurologie
Der Frühling macht wieder Lust auf Natur - bei Spaziergängen im Grünen aber auf Zecken achten.
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Zecken erwachen aus Winterstarre


Der Frühling bringt das Risiko für Zeckenbisse mit sich


Spät aber doch steigen die Temperaturen in Deutschland und damit werden draußen auch die Zecken wieder aktiv und hungrig. Da die Tiere Krankheiten übertragen können, sind sie für den Menschen nicht ungefährlich. Aufmerksamkeit und einige Vorsichtsmaßnahmen schützen vor ernsten Erkrankungen.

Infektionen erkennen und behandeln

Bei konstanten Temperaturen über 8 Grad erwachen Zecken aus ihrer Winterstarre. In großen Teilen Deutschlands ist das bereits der Fall. Zeckenbisse an sich sind harmlos und werden oft gar nicht bemerkt. Das ist jedoch gefährlich, denn Zecken übertragen zwei Krankheiten, die rechtzeitig behandelt werden müssen: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.

FSME ist eine von Viren verursachte Hirnhautentzündung. Zecken, die diese Viren in sich tragen, leben nur in bestimmten Risikogebieten, vor allem in Baden-Württemberg, Bayern und Teilen von Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Bei einem Drittel der infizierten Personen kommt es zur Erkrankung. Dann kommt es in den Wochen nach dem Zeckenbiss zu grippeähnlichen Symptomen. Nach einigen symptomfreien Tagen entwickelt sich dann bei etwa 10 Prozent der Betroffenen eine Hirnhautentzündung. Gegen FSME gibt es eine wirksame Schutzimpfung. Diese empfiehlt sich dringend für Menschen, die in Risikogebieten wohnen oder dorthin verreisen.

Die Borreliose wird von Bakterien ausgelöst, die die Zecke genau wie die FSME-Viren beim Blutsaugen überträgt. Mit solchen Borrelien infizierte Zecken kommen überall vor und es gibt keine Impfung gegen Borreliose. Ein typisches Zeichen für eine Infektion mit den Bakterien ist die so genannte „Wanderröte“, eine ringförmige Hautrötung um die Bissstelle, die sich ausbreitet. Sie kann auch erst Tage bis Wochen nach dem Zeckenbiss oder gar nicht auftreten. Wer bei sich eine verdächtige Stelle bemerkt oder nach einem Zeckenbiss Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber bekommt, sollte sofort einen Arzt aufsuchen. Eine Borrelieninfektion lässt sich gut mit Antibiotika behandeln.

So haben Zecken keine Chance

Zecken sind vormittags, am frühen Abend und nachts besonders aktiv und halten sich gerne im hohen Gras, Gestrüpp und Unterholz auf. Mit der richtigen Vorsorge und etwas Aufmerksamkeit steht Ausflügen in die Natur aber nichts im Weg. Hier einige Tipps zum Vermeiden von Zeckenbissen:

•    Lange, geschlossene Kleidung und eine Kopfbedeckung erschweren den Zecken den Weg auf die Haut zu finden und sich festzubeißen. Auf heller Kleidung sieht man sie außerdem besonders gut und kann sie rechtzeitig vor einem Biss entfernen.

•    Wieder zu Hause Kleidung ausschütteln und den Körper gründlich untersuchen. Auf jeden Fall alle Körperstellen prüfen, da sich die Zecke nicht direkt festbeißt sondern erst eine geeignete Stelle sucht.

•    Es gibt Zeckenschutzmittel in der Apotheke, um ungeschützte Stellen einzureiben. Die Mittel halten nur einige Stunden, weshalb sie öfter am Tag aufgetragen werden.

•    Wenn trotz allem eine Zecke zugebissen hat, sie so schnell wie möglich entfernen. Das geht mit speziellen Zeckenzangen oder –karten aus der Apotheke oder mit einer spitzen Pinzette. Wichtig ist, dass auch der Kopf der Zecke entfernt wird. Von „Hausmitteln“ wie Öl oder Klebstoff ist abzuraten.

•    Nach dem Entfernen der Zecke die Bissstelle drei Wochen lang im Auge behalten und bei Wanderröte oder Unwohlsein zum Arzt gehen.


18.03.2010 | Von: Annika Kirsch; Bild: 123rf.com