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Diagnosefinder
Zeugnis für Ärzte: gut, aber…
Patienten wollen besser informiert werden
95 Prozent der Deutschen sind mit ihrem Hausarzt unter dem Strich zufrieden. Jeder Fünfte möchte aber stärker in die Entscheidungen einbezogen werden, die seine Gesundheit und seine medizinische Behandlung betreffen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie zur Patientenzufriedenheit, die das Wissenschaftliche Institut für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen (WINEG) jetzt in Berlin vorgestellt hat.
Aufklärung auch für Behandlungserfolg
Die WINEG-Studie im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt, dass einer von fünf Patienten von seinem Arzt nicht in dem Maße informiert und in Entscheidungen eingebunden wird, wie er es möchte. Vor allem das Maß, in dem Patienten in die Entscheidungen des Arztes eingebunden sind oder eben nicht, beeinflusst die Zufriedenheit stark. Doch nicht nur das „Zeugnis“ für die Ärzte hängt davon ab, auch der Behandlungserfolg steht und fällt damit, ob der Patient gemeinsam mit dem Arzt über seinen Therapieplan entschieden hat, ihn versteht und deshalb auch die einzelnen Schritte mitträgt.
Viele schätzen sich als chronisch krank ein
Die Befragung zeigt auch, dass jeder dritte Erwachsene in Deutschland die Verantwortung für seine Gesundheit eher bei anderen als bei sich selbst sieht. Jeder Dritte hält es gar für eine Schicksalsfrage und schreibt es allein seinem Glück oder Pech zu, ob er im Krankheitsfall wieder gesund wird. Dennoch gaben 45 Prozent der Befragten an, innerhalb der letzten vier Wochen beim Arzt gewesen zu sein. Im letzten halben Jahr vor der Befragung waren sogar neun von zehn gesetzlich Versicherten in einer Arztpraxis. Jeder Zweite bezeichnet sich selbst zudem als chronisch krank, von den über 60-Jährigen mehr als zwei Drittel.
TK fordert mehr Wettbewerb
„Wenn sich fast die Hälfte eines Volkes als chronisch krank bezeichnet, muss uns das zu denken geben. Und es lässt auch Rückschlüsse auf die Erwartungshaltung der Menschen gegenüber unserem Gesundheitswesen zu“, sagte dazu TK-Chef Norbert Klusen. Er plädiert für mehr Wettbewerb im Gesundheitswesen, um den derzeitigen hohen Standard auch unter künftig erschwerten Bedingungen halten zu können.



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