Zu wenig Organspender
Viele Menschen warten vergeblich auf ein Spenderorgan
Trotz internationaler Fortschritte und Erfolge in der Transplantationsmedizin, warten viele Patienten vergeblich auf eine Operation. Schuld daran ist der weltweite Organmangel.
Anlässlich des elften Europäischen Tages und des fünften Welttags der Organspende trafen sich bis zum 7. Oktober 2009 zum ersten Mal in Berlin Experten und Betroffene aus aller Welt. Sie wollen die Öffentlichkeit auf den Mangel an Spenderorganen aufmerksam machen.
Alarmierende Zahlen im internationalen Vergleich
Weltweit wachsen die Wartelisten und damit die Aussichtslosigkeit vieler Patienten, rechtzeitig ein passendes Spenderorgan zu erhalten. Zwar wurden innerhalb der EU 2008 insgesamt 27.809 Organe transplantiert, trotzdem stehen immer noch 63.283 Patienten auf den Wartelisten. 3.812 Patienten sind während ihrer Wartezeit gestorben. Auch in den USA konnte 2008 nur etwa 25 Prozent der Wartenden eine Transplantation ein neues Leben schenken.
Deutschland im unteren Mittelfeld
Innerhalb Europas befindet sich Deutschland mit 14,6 Spendern von einer Million Einwohnern im unteren Mittelfeld und damit unter dem EU-Durchschnitt von 16,1 Spendern. Spanien ist mit über 34 Spendern von einer Million Einwohnern nach wie vor Weltmeister in der Organspende, gefolgt von Portugal mit 26,7 und den USA mit 26,3 Spendern. Aufgrund seiner spezifischen Ausgestaltung des Transplantationswesens und seiner Krankenhausstrukturen ist Spanien Vorbild für viele Länder.
Damit die Qualität und die Sicherheit von Transplantationen sich weltweit verbessern kann, müssen einheitliche Standards geschaffen werden. Korruption und Transplantationstourismus können nur gemeinsam durch staatliche Regulierungen bekämpft und verhindert werden. Solche organisatorischen und politischen Aspekte sind neben der Aufklärung der Öffentlichkeit wichtige Ansatzpunkte, um dem weltweiten Organmangel langfristig entgegen zu wirken.
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