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Pestizide in Johannisbeeren

Deutsche Johannisbeeren mit Pestizid-Cocktail belastet

Zurzeit haben einheimische Früchte wie Heidelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren Saison. Beliebt sind sie zum Naschen für Zwischendurch und als Belag für Obstkuchen. Jedoch sind insbesondere die süß-sauren Johannisbeeren mit Vorsicht zu genießen, da sie stark mit Pestiziden belastet sind, wie ein aktueller Greenpeace-Test ergab.

Mehr Pestizide als zuvor

Greenpeace untersuchte insgesamt 13 Johannisbeer-Proben aus konventionellem deutschem Obstanbau bei vier großen Handelsketten, darunter Supermärkte von Edeka und Tengelmann. Das Ergebnis: Jede Johannisbeere enthält im Schnitt sechs Pestizide. Das ist doppelt so viel wie beim letzten Greenpeace-Test im Jahr 2006. In dem Pestizid-Cocktail fanden sich dabei einige Substanzen, die als Nervengift wirken, Krebs auslösen oder den Hormonhaushalt und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Die getesteten Johannisbeeren wiesen zudem auch Spuren von Pflanzenschutzmitteln auf, die innerhalb der EU nicht zugelassen sind. Darunter befanden sich Agrargifte wie Dodin und Difenoconazol, deren Einsatz für den Johannisbeer-Anbau in Deutschland verboten ist.

Himbeeren ohne Rückstände

Greenpeace untersuchte außerdem deutsche Himbeeren auf Pestizid-Rückstände. Die Untersuchung ergab, dass 29 Prozent der getesteten Früchte pestizidfrei sind und der Rest nur eine geringe Belastung aufweist: Im Schnitt enthielten die Himbeeren nur zwei Pestizide, wobei beide unter dem gesetzlichen Grenzwert lagen.

Grenzwerte für Mehrfach-Rückstände

Wie Greenpeace feststellt, nimmt bei den Produzenten der Trend zu, Obst und Gemüse mit Pestizid-Cocktails zu behandeln. Für Pestizid-Mischungen gelten jedoch keine Grenzwerte wie für die einzelnen Pestizide. Greenpeace fordert daher zum Schutz der Verbraucher eine strengere Kontrolle und die Festlegung von Grenzwerten für Mehrfach-Rückstände.


26.07.2010 | Von: Anke Kopacek; Bildrechte: Racaman/Fotolia


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