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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Geburt und Stillzeit

Nicht jede Babynahrung macht dick


Gewichtszunahme von Rezeptur abhängig


Sind Kinder bereits im Säuglingsalter dick, drohen sie später Übergewicht zu entwickeln. Vor allem diejenigen, die als Babys nicht gestillt wurden, haben ein erhöhtes Risiko. Allerdings fördert nicht jede Säuglingsnahrung das Dicksein, wie eine US-amerikanische Studie belegt.

Kuhmilch, Soja oder Eiweißmischung

Ernährungswissenschaftler unterscheiden zwei Arten von Säuglingsnahrung. Die eine Rezeptur basiert auf getrockneter Kuhmilch, in der die Milcheiweiße vorliegen wie üblich. Die andere Rezeptur enthält hingegen statt Milch Soja oder eine Mischung aus zerkleinerten Eiweißen – so genannten Hydrolysaten. Solche Hydrolysatmilch bekommen vor allem Babys, die Kuhmilcheiweiße nicht vertragen. Genau dies kann für sie jedoch ein Vorteil sein, wenn es darum geht, nicht zu stark an Gewicht zuzulegen. Der Grund: Hydrolysate im Darm sorgen für ein frühzeitigeres Sättigungsgefühl. Wer also viel davon zu sich nimmt, verspeist kleinere Mahlzeiten und somit weniger Kalorien. Daher nahmen die Forscher um Julie Mennella auch an, dass mit Hydrolysaten ernährte Babys weniger Gewicht zunehmen als mit Kuhmilch gefütterte. Nun machten sie den Praxis-Check.

Hydrolysatmilch besser als Kuhmilch

Sie fütterten zwei Wochen alte Babys sieben Monate lang mit einer Rezeptur. 35 Babys bekamen Kuhmilch und 24 Hydrolysatmilch. Die Kalorienmenge war in beiden Rezepturen gleich, der Anteil an zerkleinerten Eiweißen jedoch verschieden. Um die Gewichtszunahme zu überprüfen, wogen sie die Babys einmal im Monat. Zusätzlich filmten sie die Babys beim Essen solange bis diese anzeigten, dass sie satt waren. Wie sich herausstellte, machte Hydrolysatmilch tatsächlich weniger dick als Kuhmilch. Die Babys, die Hydrolysate bekamen, nahmen viel langsamer zu. Auch tranken sie insgesamt deutlich weniger. Demnach sättigt Hydrolysatmilch schneller als Kuhmilch und schützt so auch vor späterem Übergewicht.


28.12.2010 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek