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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Ihr Recht als Patient

Immer weniger Mutter-Kind-Kuren


Zahl der bewilligten Anträge sinkt


Die Krankenkassen lehnen immer mehr Mutter-Kind-Kuren ab. In diesem Jahr haben sie 34 Prozent der Anträge nicht bewilligt. Damit liegt die Ablehnungsquote wieder so hoch wie 2006 – dem Jahr, bevor der Anspruch auf eine solche Kur gesetzlich verankert wurde. Einen Missstand, den das Mütter-Genesungswerk (MWG) auf einer Pressekonferenz in Berlin angeprangert hat.

Mutter-Kind-Kuren sind wichtig

Bettina Wulff, MWG-Schirmherrin und Frau des Bundespräsidenten, betonte, wie wichtig Mutter-Kind-Kuren seien. „Kranke Mütter brauchen die Unterstützung dringender als je zuvor“, sagte sie. „Zu den körperlichen Erkrankungen kommen viele psychosoziale Belastungsfaktoren, die Mütter krank machen. Hierzu zählen ständiger Zeitdruck, berufliche Belastung, mangelnde Unterstützung und fehlende Anerkennung.“

Viel Bedarf – wenig Bewilligungen – harsche Kritik

Der Bedarf an Mutter-Kind-Kuren ist groß – hätten doch im letzten Jahr 100.000 Mütter einen Antrag gestellt, davon 68.000 über das MGW. Tatsächlich eine Kur bekommen hätten aber nur 39.000 Mütter. Anne Schilling, Geschäftsführerin des MGW, kritisierte die vielen Ablehnungen durch die Krankenkassen. Dieses Verhalten sei missachtend und teilweise gesetzeswidrig, sagte sie. Der politische Wille hinter der Pflichtregelung sei gewesen, den Frauen den Zugang zu diesen speziellen Gesundheitsleistungen zu erleichtern. Davon könne aber keine Rede sein.

Kur auch ohne Kinder möglich

Eltern können eine Mutter-Kind-Kur sowohl wegen der medizinischen Bedürfnisse des Kinds als auch wegen der eigenen Gesundheit beantragen. Im letzteren Fall fährt die Mutter oder der Vater alleine in die Kur oder sie nehmen das Kind als Begleitperson mit. Dabei sollten Eltern allerdings bedenken, dass Kuren mit kleinen Kindern auch belastend sein können. Denn oft fehlt eine Fremdbetreuung der Kinder. Zudem tauschen Kinder in betreuten Gruppen schnell Infekte aus, was den Kurerfolg nicht unbedingt fördert.


01.06.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek