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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Ernährungsmedizin

Ursachen chronischer Darmentzündungen


Von Wurstwaren Darmerkrankung?


Knapp 300.000 Menschen in Deutschland leiden an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung. Den Ursachen gingen deutsche Forscher nun auf den Grund: Antibiotika und Zusatzstoffe in Lebensmitteln greifen den Darm an. 

Antibiotika reizen den Darm

Die häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. In jüngster Zeit sind zunehmend auch Kinder betroffen. Die Ursachen sind umstritten. Vermutlich spielen Umweltfaktoren und genetische Veranlagung eine Rolle. 

Die Uniklinik Schleswig-Holstein in Kiel und die Asklepios-Klinik in Hamburg fühlten den verantwortlichen Umweltfaktoren nun auf den Zahn. Die Ärzte untersuchten und befragten 194 Zwillingspaare, von denen ein oder beide Geschwister an Morbus Chron oder Colitis ulcerosa leiden. Ein Zwischenbericht lieferte jetzt erste Erkenntnisse. So zeigt sich, dass die älteren Zwillinge deutlich öfter an einer CED erkranken als die jüngeren. „Hierfür gibt es noch keine zufriedenstellende Erklärung“, betont Studienleiterin Martina Spehlmann. Ist von den Zwillingen nur einer erkrankt, so hat dieser in der Regel vor Krankheitsausbruch häufiger Antibiotika eingenommen als der Gesunde. Schon lange ist bekannt, dass viele Antibiotika den Darm reizen. 

Auf Zusatzstoffe verzichten

Offenbar fördert auch eine bestimmte Ernährungsweise eine CED: Die Erkrankten aßen mehr verarbeitete Lebensmittel wie Wurstwaren als die gesunden Zwillinge. Gerade diese Lebensmittel enthalten besonders viel Konservierungs-, Geschmacks- und Farbstoffe. Bei häufigem Verzehr über einen langen Zeitraum hin können diese den Darm angreifen. Denn mit diesen Zusatzstoffen weiß das menschliche Immunsystem nicht immer umzugehen. Gelegentlich lösen sie eine Überreaktion im Darm aus, woraufhin dieser sich entzündet. 
Der Magen-Darm-Spezialist Andreas Raedler rät Patienten deshalb, möglichst wenig Lebensmittel mit synthetischen Zusatzstoffen zu essen. 
 


19.12.2011 | Von: Sandra Göbel