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Redaktion apotheken.de » News des Tages

Erst Depression, dann Schlaganfall


Depressive leben ungesünder


Ärzten ist schon länger bekannt, dass depressive Menschen häufiger Bluthochdruck haben und an Diabetes erkranken als psychisch Gesunde. Neu ist, dass Depressionen auch das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen. Das haben Wissenschaftler der Harvard Medical School of Public Health herausgefunden.

Erkrankungsrisiko um 45 Prozent erhöht

Die US-amerikanischen Forscher hatten die Daten von 300.000 Menschen aus insgesamt 28 Studien ausgewertet. Zu Beginn prüften sie, ob die Probanden depressive Symptome zeigten. In der Folge betreuten die Ärzte die Studienteilnehmer noch bis zu 29 Jahre lang. In diesem Zeitraum erlitten 8.500 Studienteilnehmer einen Schlaganfall. Die Daten zeigen, dass Depressive ein um 45 Prozent höheres Risiko haben einen Hirnschlag zu erleiden. Ihr Risiko an einem Schlaganfall zu versterben, lag sogar um 55 Prozent höher als bei psychisch Gesunden.

Menschen mit Depressionen leben ungesünder

Was hinter dem Phänomen steckt? Studienleiter An Pan sieht einen der Gründe darin, dass der Hormonhaushalt depressiver Menschen durcheinander ist. Dadurch kommt es offenbar gehäuft zu Entzündungen im Körper. Die Folge ist ein erhöhtes Schlaganfallrisiko.

Außerdem vernachlässigen Depressive eher ihre Gesundheit. Studien haben gezeigt, dass depressive Menschen häufiger rauchen, sich körperlich weniger betätigen und schlechter ernähren. Die daraus entstehenden Folgeerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck könnten für das erhöhte Schlaganfallrisiko von Depressiven mitverantwortlich sein.

Zudem geben die Forscher zu bedenken, dass auch die Einnahme von Antidepressiva mit einem höheren Schlaganfallrisiko verbunden ist. Ob die Medikamente selbst oder die damit einhergehende Schwere der Depression das Risiko erhöhe, sei aber bisher unklar. Deshalb fordert Pan weitere Studien: „Wir müssen die zugrundeliegenden Mechanismen genauer untersuchen, um den Zusammenhang zwischen Depression und Schlaganfall besser zu verstehen.“


29.11.2011 | Von: Andrea Bronberger