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Redaktion apotheken.de » Psychische Erkrankungen

Hilfe für Schwangere mit Depressionen


Lichttherapie bekämpft Symptome


Etwa zehn Prozent aller Schwangeren kämpfen mit Depressionen. Medikamente schlucken kommt für viele von ihnen nicht in Frage – zum Wohl ihres Kindes. Auf eine wirksame Behandlung müssen Betroffene aber nicht verzichten: dank der Lichttherapie.  

Vom Stimmungstief zum Stimmungshoch

Die Lichttherapie kommt meist bei saisonalen depressiven Verstimmungen zum Einsatz. Vor allem im Winter leiden viele unter dem fehlenden Sonnenlicht und landen in einem Stimmungstief: Sie fühlen sich antriebslos, müde und oft auch traurig. Schuld daran trägt vor allem das Schlafhormon Melatonin – dieses bildet der Körper im Winter verstärkt und stört so das hormonelle Gleichgewicht.

Gegen solch ein Stimmungstief hilft spezielles weißes Licht. Dieses leuchtet 200-fach so stark wie eine normale Wohnzimmerlampe. Gelangt es über die Netzhaut des Auges in den Körper, wirkt das wie eine Stimmungsdusche – das Gehirn schüttet weniger vom Schlafhormon Melatonin aus und bringt so den Hormonhaushalt wieder ins Lot.

Licht hilft auch bei schweren Depressionen

Dass eine Lichttherapie auch bei schweren Depressionen hilft, belegen Forscher der Universität Basel in einer aktuellen Studie. Sie behandelten fünf Wochen lang 27 depressive Schwangere. Die Frauen bekamen entweder täglich eine einstündige Bestrahlung mit weißem Licht oder zur Kontrolle eine gleich lange Bestrahlung mit rotem Licht.

Die Therapie mit dem weißen Licht linderte bei 81 Prozent der Frauen die Krankheitssymptome deutlich. Bei 69 Prozent von ihnen verschwand die Depression sogar ganz. Die Rotlichtbestrahlung half den Frauen zwar auch, wirkte aber nur halb so gut wie das weiße Licht. Ein weiterer Vorteil der Lichttherapie: Sie verursacht keine Nebenwirkungen. Demnach profitieren depressive Schwangere von einer Bestrahlung mit weißem Licht, ohne ihren ungeborenen Kindern zu schaden.


07.04.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek