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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Gesundheitsgefahr Kunststoffe


Perfluoriertes Tensid erhöht Cholesterinwerte bei Kindern


Die Chemieindustrie verwendet das Tensid Perfluoroctansäure (PFOA), um hitzebeständiges Teflon herzustellen. Oft gelangt es mit dem Abwasser in die Umwelt, reichert sich im menschlichen Gewebe an und schädigt den Organismus. Bei Kindern etwa führt das zu erhöhten Cholesterinwerten im Blut, wie eine aktuelle Studie der West Virginia Universität belegt.

Hohe Tensidbelastung – hohe Cholesterinwerte

Anlass für die Studie war eine Klage gegen den amerikanischen Chemiekonzern DuPont, der jahrelang PFOA in den mittleren Ohio geleitet hatte. Die Wissenschaftler um Stephanie Frisbee untersuchten insgesamt 12.476 Kinder mit einem Durchschnittsalter von 11 Jahren, die in dem mit PFOA belasteten Gebiet leben. Sie analysierten den Zusammenhang zwischen den PFOA- und den Cholesterinwerten im Blut der Gruppe der 12- bis 19-Jährigen. Dabei fielen den Wissenschaftlern zwei Dinge auf: Erstens maßen sie eine PFOA-Konzentration von durchschnittlich 29,3 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) – ein Wert, der sieben- bis achtmal höher liegt als die sonst in den USA gemessenen Konzentration. Und zweitens wiesen sie bei den Kindern mit den höchsten PFOA-Belastungen erhöhte Cholesterinwerte nach. So waren die Werte des Gesamtcholesterins im Schnitt um etwa 4,6 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) und des  „schlechten“ LDL-Cholesterins um 3,8 mg/dl erhöht.

Gefahr von Folgeschäden

Die Wissenschaftler schätzen die Cholesterinwerte insgesamt nur als leicht erhöht ein. Auch für das einzelne Kind sehen sie keinen momentanen gesundheitlichen Schaden. Dennoch warnen sie vor der Gefahr für künftige Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für die erhöhte Cholesterinwerte ein Risikofaktor darstellen – sowohl bei den betroffenen Kindern als auch bei der Restbevölkerung. Denn Spuren von PFOA sind vermutlich bei jedem Menschen im Blut zu finden. Wie groß die Gefahr für Folgeschäden tatsächlich ist, können die Wissenschaftler bisher kaum einschätzen. Daher fordern sie weitere Untersuchungen dazu.


08.09.2010 | Von: Anke Kopacek