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Redaktion apotheken.de » Neurologie

Im Alter sicher Autofahren


Regelmäßiges Gehirnjogging senkt Unfallrisiko


Ältere Verkehrsteilnehmer reagieren oft nicht mehr sicher und schnell genug im Straßenverkehr. In der Folge steigt das Risiko für Unfälle. Gezieltes Gehirntraining sorgt jedoch dafür, auch im Alter noch sicher das Steuer zu führen. Das berichten Unfallforscher der Deutschen Versicherer (GDV).

Trainingstests im Vergleich

Mit dem Alter verschlechtern sich viele kognitive Eigenschaften. Die Aufmerksamkeit nimmt ab, das Konzentrationsvermögen lässt nach und auch die Fähigkeit, Informationen schnell im Gehirn zu verarbeiten. Alles das ist aber unerlässlich, um im Straßenverkehr zu bestehen. Die Unfallforscher untersuchten daher, wie sich geistiges Training auf die kognitiven Fähigkeiten von über 65-Jährigen auswirkt. An den Tests nahmen insgesamt 142 Männer und Frauen teil. Von ihnen absolvierten 32 kognitives Training, also „Gehirnjogging“ am Computer oder auf Papier, 35 kombiniertes Kraft- und Ausdauertraining und 35 Entspannungstraining. Die restlichen 40 Studienteilnehmer bildeten die passive Kontrollgruppe. Sie nahmen an gar keinem Training teil.

Fit im Gehirn – Fit auf der Straße

Die Unfallforscher untersuchten die Effekte des Trainings auf die kognitive Leistungsfähigkeit mit Intelligenz- und Konzentrationstests und maßen die Gehirnströme mit dem EEG. Zusätzlich unterzogen sich die Testpersonen körperlichen Belastungstests und beantworteten Fragen zu ihrem Wohlbefinden. Im Ergebnis verbesserte die Gehirnjogging-Gruppe ihre kognitiven Fähigkeiten deutlich gegenüber der Fitness- und Entspannungs-Gruppe. Die Gehirnjogger waren aufmerksamer, weniger ablenkbar und verfügten außerdem über ein besseres Kurz- und Langzeitgedächtnis sowie über geschicktere Feinmotorik und verbesserte Hand/Auge-Koordination. Bei denjenigen, die geistig leistungsfähiger waren, verzeichnete das EEG gleichzeitig eine veränderte Gehirnaktivität. Auch ihr allgemeines Wohlbefinden nahm insgesamt zu.

Die Unfallforscher folgern daraus, dass regelmäßiges Gehirntraining im Alter die Gehirnfunktionen beim Autofahren verbessert. So werden Risiken im Straßenverkehr schneller erkannt und Unfälle vermieden.


30.07.2010 | Von: Anke Kopacek