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Jugendsexualität wird sicherer
Jugendliche: weniger Sex aber mehr Verhütung
Seit 1980 untersucht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) regelmäßig Einstellungen und Verhaltensweisen 14- bis 17-jähriger Jugendlicher zu Aufklärung, Sexualität und Verhütung. Das aktuelle, gute Ergebnis: Die Jungs und Mädels sind im Vergleich zur letzten Erhebung 2005 weniger sexuell aktiv und verhüten gewissenhafter und sind besser aufgeklärt.
Seltener früh sexuell aktiv
Insgesamt 3.542 Jugendliche hat die BZgA befragt, darunter 1.014 Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund. In den letzten fünf Jahren sank der Anteil der 14-jährigen Mädchen mit sexueller Erfahrung von zwölf auf sieben Prozent, bei den gleichaltrigen Jungen sogar von zehn auf vier Prozent. Bei den 17-jährigen Mädchen reduzierte sich der Anteil von 73 auf 66 Prozent, bei den Jungs in diesem Alter blieb er mit 65 Prozent nahezu konstant. Das bedeutet, dass mehr als ein Drittel der 17-Jährigen noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt haben. „Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich damit nicht“, kommentiert Prof. Elisabeth Pott von der BZgA die Ergebnisse.
Bessere Verhütung
Diejenigen Jugendliche, die zwischen 14 und 17 Jahren schon sexuell aktiv sind, verhüten heute auch schon beim ersten Mal besser als je zuvor: Nur je acht Prozent der Mädchen und Jungen geben an, keine Verhütungsmittel benutzt zu haben. 1980 lag dieser Anteil mit 20 Prozent bei den Mädchen und 29 Prozent bei den Jungen um ein Vielfaches höher. Die neuen Zahlen der BZgA zeigen zudem, dass Jungen beim ersten Mal mittlerweile ebenso auf die Verhütung achten wie Mädchen.
Das Kondom ist dabei mit deutlichem Abstand das Verhütungsmittel Nummer eins beim ersten Geschlechtsverkehr, das ein Großteil der Mädchen und Jungen verwendet. Mit zunehmender sexueller Aktivität ändert sich das Verhütungsverhalten jedoch. Die Mädchen nehmen dann häufiger die Pille.
Bessere Aufklärung
Ein Grund für die wachsende Vernunft könnte sein, dass 69 Prozent der deutschen Mädchen und 58 Prozent der deutschen Jungen heute mit ihren Eltern über das Thema Verhütung sprechen können. Das war vor 30 Jahren noch anders: Nur etwas mehr als ein Drittel der Mädchen und nur jeder vierte Junge hatte damals ein Verhütungsgespräch mit seinen Eltern. Eine ähnliche Situation herrscht heute allerdings für viele Jugendliche mit Migrationshintergrund. Lediglich die Hälfte der Mädchen und nur 41 Prozent der Jungen erhalten eine Verhütungsberatung im Elternhaus.
Auch deshalb ist die Schule wichtig bei der Wissensvermittlung rund um die Themen Liebe, Sexualität und Verhütung. „Mit dem einmaligen verschämten Aufklärungsgespräch von früher ist es endgültig vorbei. Die verantwortungsbewusste Sexualaufklärung durch Elternhaus und Schule haben entscheidend dazu beigetragen, dass Deutschland eine der niedrigsten Teenagerschwangerschaftsraten in Europa hat“, zieht Pott eine positive Bilanz.
- Links:
- Die Studie „Jugendsexualität 2010“ steht zum Download unter www.forschung.sexualaufklärung.de bereit.
- Aufklärungsmaterial bietet die BZgA unter www.lovline.de.



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