Wachkomapatienten kommunizieren
Gedanken auf Scans erkennbar
Forschern ist es gelungen, mit Wachkomapatienten Kontakt aufzunehmen, die jahrelang keinerlei Regung zeigten und scheinbar ohne jedes Bewusstsein waren. Ein Team aus belgischen und britischen Wissenschaftlern hat es geschafft, per Gehirnscans mit vier solcher Patienten zu kommunizieren, indem sie ihre Gedanken sichtbar machten. So konnten die Forscher nachweisen, dass diese Patienten noch ein Bewusstsein haben.
Gehirnaktivität sichtbar
Die Gehirnscans, auf denen die geistige Aktivität der Patienten festgehalten ist, entstanden mittels funktionellem Kernspin (fMRT), das die Gehirnaktivität in Echtzeit sichtbar macht. Patienten und gesunde Freiwillige wurden ersucht, sich während der Scans vorzustellen, sie spielten Tennis. Bei den Freiwilligen wurde eine Aktivität in jenem Bereich des Gehirns sichtbar, der mit Bewegung in Zusammenhang steht.
Fragen richtig beantwortet
Die gleiche Aktivität sahen die Forscher auch bei vier der 23 Wachkomapatienten, von denen sie geglaubt hatten, sie wären ohne Bewusstsein. Einem dieser Patienten, der vor sieben Jahren bei einem Verkehrsunfall verletzt worden war, stellten sie eine Reihe von Fragen. Es gelang ihm, mittels seiner Gedanken mit "Ja" und "Nein" zu antworten. Die Forscher baten ihn, motorische Vorstellungen wie ein Tennisspiel für "Ja" und räumliche Vorstellungen wie ein Schlendern in den Straßen für "Nein" einzusetzen. Der Patient beantwortete auf diese Weise vier von fünf Fragen über sein Leben richtig. Er bestätigte etwa, dass der Name seines Vaters Alexander war.
Der Studienautor Adrian Owen hofft, dass mit dem neuen Verfahren Patienten künftig über ihre Behandlung mitentscheiden. Es wäre etwa möglich zu fragen, ob die Patienten Schmerzen haben, um entsprechende Medikamente zu verschreiben.
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