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Wurmmittel hilft gegen Läuse


Tropische Würmer und Kopfläuse lassen sich vom gleichen Mittel vertreiben


Das Wurmmittel Ivermectin bekämpft eigentlich die tropische Flussblindheit, doch jetzt hat sich gezeigt: Es hilft auch gegen besonders hartnäckige Läuse auf Kinderköpfen. Praktisch an dem Medikament ist, dass es nicht auf die Kopfhaut aufgetragen werden muss, sondern in Tablettenform geschluckt wird.

Hartnäckige Gegner


Die Ivermectin-Tabletten waren in einer Vergleichsstudie deutlich wirksamer als ein auf der Kopfhaut anzuwendendes Mittel, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Das testeten französische Mediziner vom Henri-Mondor Hospital bei Paris. Sie nahmen sich einer Gruppe von über 800 Kindern an, die ihre Kopfläuse einfach nicht loswurden.

Hohe Erfolgsquote


Eltern, die schon mehrmalige Behandlungen mit Läuseshampoo, Nissenkamm und Co. hinter sich haben, dürften sich über die Ivermectin-Tabletten freuen: Zweimal werden sie eingenommen, im Abstand von acht Tagen, dann sind die Läuse in den meisten Fällen erledigt. Das traf jedenfalls bei 95 Prozent der kleinen Studienteilnehmer zu, die den Wirkstoff eingenommen hatten. Die andere Hälfte der Kinder, die zum Vergleich mit dem herkömmlichen Läusemittel behandelt wurde, war hinterher zu 85 Prozent lausfrei. Insgesamt 31 von ihnen hatten danach immer noch Läuse. Diese behandelten die französischen Mediziner dann auch mit Ivermectin, was bei 30 von ihnen zum Erfolg führte. Umgekehrt konnte das herkömmliche Läusemittel den Kindern, die nach der Ivermectin-Behandlung noch Läuse hatten, nicht helfen.

Ivermectin wird seit vielen Jahren gegen die Flussblindheit eingesetzt, eine tropische Krankheit, bei der Fadenwürmer sich unter der Haut einnisten. Laut den Studienautoren ist es auch in der Therapie von Kopfläusen ein sicheres, risikoarmes Medikament.


12.03.2010 | Von: Stefanie Grutsch