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Diagnosefinder
Zellulärer Giftgasangriff
So verteidigen sich menschliche Zellen gegen Bakterien
Unser Körper wehrt sich mit allen Mitteln gegen Eindringlinge, viele Zellen setzen im Kampf gegen gefährliche Bakterien sogar Giftgas ein. Ein Forscherteam der Universität Wien fand jetzt heraus, wie der zelluläre Giftgasangriff funktioniert und warum er keine Schäden in körpereigenem Gewebe anrichtet.
Jede Waffe hat ihre Tücke
Wenn Bakterien in unseren Körper eindringen, wird unser Immunsystem aktiv. Endstation für viele Bakterien sind dann die Fresszellen des Immunsystems, die Eindringlinge erst verschlingen und dann verdauen. Zudem setzen die Fresszellen eine weitere Waffe im Kampf gegen Eindringlinge ein: das Giftgas Stickstoffmonoxid, das Bakterien mit großem Erfolg abtötet. Leider bleibt der Einsatz von Giftgas aber auch für den Körper nicht immer ohne Folgen. Als freies Radikal begünstigt es Entzündungen und Krebs. Bei schweren Infektionen kann es sogar tödlich enden, wenn Fresszellen den Körper mit zu viel Giftgas verteidigen. Denn Stickstoffmonoxid weitet die Blutgefäße, was den Blutdruck rapide abfallen lässt (septischer Schock).
Der geniale Zwei-Stufen-Plan
Um dem Körper nicht mehr zu schaden als ihn zu schützen, informiert sich die Fresszelle umfassend, bevor sie ihren Giftgasangriff startet. Dabei vertraut sie auf zwei Signale, wie eine aktuelle Studie der Universität Wien zeigt. Jedes der beiden Signale führt dazu, dass sich nur eine Hälfte eines komplexen Eiweißes bildet. Erst wenn beide Signale aktiv sind, kann das komplexe Eiweiß ein Gen einschalten, das die Stickstoffmonoxid-Produktion hochfährt. Die Zelle reagiert sogar auf zeitversetzte Signale, da die Eiweiß-Hälften nicht sofort abgebaut werden. Die Wissenschaftler sprechen von einem „molekularen Gedächtnis“ der Zelle. In weiteren Studien wollen sie klären, ob der Zwei-Stufen-Plan neue Ansätze liefert, um Infektionskrankheiten zu bekämpfen.



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