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Auch nach einem leichten Schlaganfall besteht ein hohes Risiko, dass ein zweiter Auftritt. Rechtzeitige Behandlung mit Medikamente mindert dieses Risiko deutlich.
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Behandlung nach Schlaganfall


Kombi-Präparat senkt Risiko für erneuten Hirnschlag


Wer nach einem Schlaganfall schnell medikamentös behandelt wird, hat ein geringeres Risiko für einen Rückfall. Eine Studie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zeigt jetzt, dass dabei ein Kombinationspräparat wirksamer ist als die Standardtherapie.

Wirkungsvoller und gleich sicher


Derzeit bekommen Schlaganfallpatienten umgehend Acetylsalicylsäure (ASS), um das Risiko eines erneuten Schlaganfalls zu mindern. ASS, der Wirkstoff von Medikamenten wie Aspirin®, verdünnt das Blut und schützt so vor weiteren Blutgerinnseln, die Gefäße im Hirn verstopfen könnten.

Jetzt hat sich gezeigt, dass ein Kombinationspräparat aus Dipyridamol und ASS innerhalb von 24 Stunden bei gleicher Sicherheit wirkungsvoller ist. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Reinhard Dengler von der MHH in einer Studie. An der Untersuchung beteiligten sich mehr als 250 Neurologen und 543 Patienten aus 46 deutschen Spezialstationen für Schlaganfallpatienten, den so genannten Stroke Units.

Kombi-Präparat wirkt doppelt so gut


Das Risiko, nach einem Schlaganfall einen zweiten zu bekommen, liegt – je nach Ursache – in den ersten drei Monaten bei 15 bis 20 Prozent. Aspirin mindert dieses Risiko wiederum um 17 Prozent, das Kombinationspräparat um rund 30 Prozent. Auch bei leichten Schlaganfällen, bei denen sich die Symptome innerhalb von 24 Stunden zurückbilden, ist das Wiederholungsrisiko groß. Patienten und Ärzte müssten deswegen auch kurz dauernde Symptome wie Sprach- oder Sehstörungen ernst nehmen und behandeln.

Schnelle Einnahme erforderlich


Das Kombinationspräparat ist bereits als Medikament zur Vorbeugung von Thrombose auf dem Markt. In der Schlaganfalltherapie kommt es bislang meist verspätet zum Einsatz, weil die Sicherheit bei sofortiger Gabe noch nicht erforscht war. „Unsere Studienergebnisse zeigen jetzt, dass das Kombinationspräparat genauso sicher wie ASS allein ist“, sagt Professor Dengler. Darüber hinaus sei es wirkungsvoller, weil es nicht nur wie ASS die Verklebung von Blutplättchen verhindert, sondern auch Gefäßwandentzündungen mindert. Die Studie zeigt außerdem, dass das Risiko eines erneuten Schlaganfalls umso kleiner ist, je schneller die Patienten das Kombinationspräparat bekommen.


02.02.2010 | Von: Stefanie Grutsch; Bild: 123rf.com

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