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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung
Über mögliche Wechselwirkungen sollten betroffene Patientinnen sich von ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen.
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Brustkrebs: Achtung Wechselwirkung


Arzneien nicht kombinieren bei Brustkrebs und Depression


Das Brustkrebs-Medikament Tamoxifen sollten Patienten nicht gleichzeitig mit dem Antidepressivum Paroxetin einnehmen. Davor warnen die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) und die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG). Durch die Wechselwirkung der beiden Arzneistoffe droht ein höheres Risiko, am Brustkrebs zu sterben.

Risiko wächst mit Dauer der gemeinsamen Einnahme


AMK und DPhG beziehen sich dabei auf eine aktuelle Studie aus Kanada im Fachblatt "British Medical Journal". Sie zeigt, dass der Wirkstoff Paroxetin die Brustkrebstherapie mit Tamoxifen bei manchen Frauen wirkungslos macht. Je länger die Frauen beide Medikamente zusammen einnahmen, desto höher war ihr Risiko, an ihrer Brustkrebserkrankung zu sterben. Nach den Berechnungen der Autoren kam es innerhalb von fünf Jahren zu einem zusätzlichen Todesfall unter 20 Patientinnen. Das war bereits der Fall, wenn sie Paroxetin während knapp der Hälfte der Therapiedauer nahmen.

Wirkung blockiert


Ein Enzym in der Leber wandelt Tamoxifen in eine wirksame Form um. Diesen für den Therapieerfolg notwendigen Prozess behindert das Antidepressivum Paroxetin. Es blockiert das Enzym und verringert so die Wirkung von Tamoxifen. "Damit Arzneimittel ihre positive Wirkung entfalten können, ist es wichtig, mögliche Wechselwirkungen zu prüfen", sagt Prof. Martin Schulz von der AMK. Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz von der DPhG empfiehlt allen betroffenen Patientinnen, sich an ihren Arzt oder Apotheker zu wenden. Vom Arzt verschriebene Medikamente selbstständig abzusetzen ist nie ratsam. Bei Verdacht auf Wechselwirkungen ist immer ein Beratungsgespräch nötig.


04.03.2010 | Von: Stefanie Grutsch; Bild: 123rf.com