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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Gesundheitspolitik

Versicherte melden sich zu Wort


Umfrage: Gesundheitsmonitor zeigt Meinung der gesetzlich Versicherten


71 Prozent aller Mitglieder in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) plädieren dafür, dass ihre Kasse nur dann die Kosten für ein neues Medikament übernehmen soll, wenn dieses auch einen höheren Nutzen für die Patienten hat. Dieses Ergebnis des aktuellen Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung passt zur aktuellen Diskussion um Gesundheitsminister Röslers Pläne, Arzneimittelkosten zu sparen.

Kostenübernahme abhängig von Nutzen?


Der Gesundheitsmonitor hat wie jedes Jahr 1.500 Personen zu aktuellen Themen der Gesundheitspolitik befragt. Überwiegend ablehnend stehen die Befragten dieses Jahr einer Neuerung des Wettbewerbsstärkungsgesetzes gegenüber. Der Neuerung zufolge soll der zu erstattende Höchstbetrag davon abhängen, um wie viel das neue Medikament besser ist. Nur jeder Fünfte sprach sich für eine solche gestaffelte Übernahmeregelung der Kosten aus. 81 Prozent der Versicherten wollen, dass die vollen Kosten erstattet werden, sobald ein Nutzen nachgewiesen ist.

Im konkreten Fall weniger großzügig


Bei konkreten Beispielen fällt die Einstellung zur gestaffelten Übernahme allerdings ganz anders aus. Wenn die Versicherten beispielsweise wissen, dass ein bereits existierendes Medikament 400 Euro kostet und das neue Mittel mit Blick auf die Höhe des Zusatznutzens nicht 700 sondern nur 500 Euro kosten darf, dann wollen nur 49 Prozent die kompletten Kosten von 700 Euro übernehmen. Wenn der Zusatznutzen eines Medikaments insgesamt in Frage steht, stimmen 65 Prozent überhaupt gegen eine Kostenübernahme.

„Die Ergebnisse des Gesundheitsmonitors legen nahe, dass die Versicherten von der Kopplung der Kostenerstattung an die Höhe des Nutzens überzeugt werden könnten“, interpretiert Brigitte Mohn von der Bertelsmann Stiftung die Umfrage. Ein viel versprechender Weg könne die gezielte Information über den Prozess der Bestimmung von Regelzuzahlungen sein, aber auch über die damit verbundenen Kostenersparnisse für die Versicherten.


11.03.2010 | Von: Stefanie Grutsch