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Diagnosefinder
Blutdruckschwankungen ernst nehmen
Schlaganfallrisiko: Nur gelegentlich hohen Blutdruck nicht ignorieren
Auch Menschen, die nur selten einen zu hohen Blutdruck haben, sind einem höheren Schlaganfallrisiko ausgesetzt. Ihr Risiko ist sogar größer als das von Patienten, die einen konstanten Bluthochdruck haben. Das zeigt eine Untersuchung der Universität Oxford. Die aktuellen Richtlinien zur Schlaganfallvorbeugung konzentrieren sich jedoch auf das Senken konstant hoher Blutdruckwerte.
Behandlungsrichtlinien überarbeiten?
Die britischen Forschungsergebnisse legen nahe, dass Ärzte gelegentlich hohe Blutdruckwerte künftig als Schlaganfallrisiko bewerten müssen. Eine Behandlung mit Medikamenten, die den Blutdruck stabilisieren, wäre dann angezeigt. Das Britische Schlaganfall-Bündnis, Stroke Association, fordert angesichts der Erkenntnisse, dass die britischen Behandlungsrichtlinien entsprechend überarbeitet werden, wie die BBC berichtet.
Für die erste einer ganzen Reihe von Analysen prüften britische und schwedische Wissenschaftler die Abweichungen der Blutdruckwerte in Krankenakten. Es zeigte sich, dass Menschen mit verschiedenen Werten bei mehreren Arztbesuchen am häufigsten einen Schlaganfall erlitten. Das hohe Risiko war unabhängig davon, wie hoch ihr Blutdruck im Durchschnitt war.
Eine Analyse früherer Tests ergab dann, dass die Unterschiede in der Wirksamkeit verschiedener Blutdrucksenker darauf zurückzuführen sind, dass sie den Blutdruck unterschiedlich gut auf gleicher Höhe stabilisieren. Vor allem Betablocker verstärken die Blutdruckschwankungen, laut einer weiteren Studie in der Fachzeitschrift „The Lancet Neurology“.
Schwankungen nicht ignorieren
Der leitende Wissenschaftler Peter Rothwell von der Universität Oxford glaubt, dass diese Ergebnisse große Auswirkungen auf die Beurteilung und Behandlung von Schlaganfallrisiken haben werden. Derzeit messen Ärzte den Blutdruck meist so oft, bis sicher ist, dass er dauerhaft erhöht ist und nicht nur vorübergehend. Nur dann behandeln sie einen Patienten mit Blutdrucksenkern. Künftig dürfe aber auch ein einmalig erhöhter Wert nicht mehr ignoriert werden, sondern sei mit stabilisierenden Medikamenten zu behandeln. Patienten, die ihren Blutdruck zu Hause messen, sollten große Schwankungen ihrem Arzt melden, rät Rothwell.
Warum Blutdruckschwankungen das Schlaganfallrisiko erhöhen, ist noch nicht klar. Die Wissenschaftler nehmen an, dass der Körper dadurch einem zu großen Stress ausgesetzt wird. Rasche Schwankungen führen zu einem unruhigen Fließen des Blutes, das wiederum die Arterien schädigt und versteift.



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