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Diagnosefinder
Singen gegen Sprachstörungen
Singen fällt Patienten leichter als sprechen
Nach einem Schlaganfall fällt vielen Patienten singen leichter als sprechen. Diese Entdeckung nutzen Forscher der Harvard-Universität für die Behandlung von Schlaganfallpatienten mit Sprachstörungen.
Gesunde Hirnhälfte hilft dem Sprachzentrum
Wenn ein schwerer Schlaganfall das Sprachzentrum schädigt, lernen die Betroffenen leichter wieder sprechen, wenn sie die Worte zunächst singen. Diese Untersuchungsergebnisse präsentierte der Neurologe Prof. Gottfried Schlaug von der Harvard-Universität auf der Jahrestagung der „American Academy of the Advancement in Science“ (AAAS). Er zeigte dort Videoaufnahmen von Schlaganfallpatienten, die zwar kaum sprechen, einen Text aber singen konnten – ein Ansatzpunkt für die Behandlung von Sprachstörungen.
Schlaug erklärt sich das Phänomen damit, dass Musik Areale in beiden Hirnhälften nutzt, Sprache aber auf die linke Seite beschränkt ist. Der Patient könne sich so mit der gesunden Seite durch die Melodie ein Gerüst für die Sprache schaffen und damit auch das Sprachzentrum wieder aktivieren. Anfangs lernen die Patienten 100 einfache Sätze als Tonfolgen wie „Ich muss auf die Toilette“ oder „Ich habe Hunger“. So können sie sich nach und nach immer besser mitteilen. Der Forscher hat sogar Patienten erlebt, die nach der Musiktherapie eine öffentliche Rede halten konnten.
Angehörige können helfen
Dass durch die Musiktherapie in den angesprochenen Hirnzentren tatsächlich neue Verbindungen geknüpft werden, belegen Hirnaufnahmen. Ein Nachteil der Therapie sei, dass sie recht aufwändig ist, sagt Schlaug. 75 Sitzungen sind notwendig, bis die Patienten sich gut mitteilen können. Dem Wissenschaftler zufolge könnten allerdings auch Angehörige und Freunde der Patienten das Verfahren erlernen und mit den Betroffenen üben.



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