Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Gesund leben | Vorsorge

Eltern und Kind

Gesundheit und Politik

Krankheiten | Therapie

Premium Gesundheitsinfos

Archiv

«
Februar - 2012
»
SMDMDFS
 
01
02
03
04
05
06
07
08
09
11
12131415161718
19202122232425
26272829 

Diagnosefinder

diagnosefinder
Medizinlexikon
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Twitter
 
Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Tabakindustrie kauft Studien


Unabhängige Studien beweisen: Rauchen erhöht das Alzheimer-Risiko


Jahrelang war immer wieder zu lesen, Tabakkonsum würde vor einer Erkrankung an Alzheimer schützen. Inzwischen weiß man, das Gegenteil ist der Fall. Rauchen erhöht das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. 

Studien entstanden unter Einfluss der Tabakindustrie 

Dass solche Falschmeldungen auf den Einfluss der Tabakindustrie zurückzuführen sind, haben jetzt Wissenschaftler der University of California in San Francisco bei einer Metaanalyse von 43 Studien aufgedeckt. Diese wurden zwischen 1984 und 2007 zum Thema Rauchen und Alzheimer durchgeführt. Die Ergebnisse der jetzigen Auswertung werden im Journal of Alzheimer's Disease 2010 veröffentlicht. Die Wissenschaftler konnten in jeder vierten Studie nachweisen, dass die jeweiligen Autoren eine Verbindung zur Tabakindustrie aufwiesen.

Auffallenderweise wurde genau in diesen Studien auch postuliert, dass Rauchen den Ausbruch von Alzheimer im Alter verzögern oder sogar verhindern könne. Dort wurde im Mittel ein Risikofaktor für Raucher von 0,86 berechnet, also ein verringertes Risiko. Die übrigen untersuchten Studien ohne Verbindung zur Tabakindustrie kamen hingegen zu dem Ergebnis, dass Raucher ein um den Faktor 1,72 erhöhtes - also fast doppelt so großes - Risiko haben, im Alter an Alzheimer zu erkranken wie Nichtraucher.

Ergebnisse manipuliert und verfälscht

„Diese Studie zeigt ganz deutlich, dass Verstrickungen mit der Tabakindustrie zu Forschungsergebnissen führen können, die manipuliert und verfälscht sind“, kommentiert Professor Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin die Studie. „Dabei ist natürlich längst bekannt, dass Forschung, die von der Industrie gesponsert wird, eher zu Ergebnissen kommt, die dem Sponsor auch zuträglich sind.“

Um eine Verbindung der Studienautoren zur Tabakindustrie nachzuweisen, prüften die Forscher deren aktuelle aber auch frühere Geldquellen. Außerdem recherchierten sie frühere Anstellungen und Beratertätigkeiten der Autoren und die Zusammenarbeit mit anderen Personen, die gegenwärtig oder früher von der Tabakindustrie bezahlt worden waren.


08.03.2010 | Von: Dorothee Steeb