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Bei stark übergewichtigen Personen ist das braune Fett nur wenig aktiv oder fehlt ganz.
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Fett mit Fett bekämpfen


Braune Fettzellen lassen Fettpölsterchen schmelzen


Die Natur hat den Menschen mit einem speziellen Heizaggregat ausgestattet, den braunen Fettzellen. Ihre Aufgabe ist es, Fett zu verbrennen und so Wärme für den Körper zu erzeugen. Forscher der Universität Bonn haben nun einen neuen Signalweg gefunden, der die Produktion und Funktion brauner Fettzellen anregt. Sie schlagen vor, das natürliche Heizaggregat zu nutzen, um unerwünschte Fettpölsterchen einfach zu "verbrennen". An der Studie waren auch Wissenschaftler aus Heidelberg, Köln, Martinsried und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) beteiligt. Die Ergebnisse erschienen in der Zeitschrift "Science Signaling".

Mini-Kraftwerke in den Zellen verbrennen Fett

Braunes Fettgewebe unterscheidet sich von weißen Fettpölsterchen: Es enthält massenhaft so genannte Mitochondrien, Minikraftwerke, die unter anderem Fett verbrennen können. Normalerweise erzeugen sie dabei ähnlich wie eine Batterie eine Spannung, die wiederum die Energie für zelluläre Prozesse liefert. Die Mitochondrien der braunen Fettzellen haben jedoch einen Kurzschluss: Sie laufen permanent auf Hochtouren. Die Energie, die beim Abbau des Fetts frei wird, verpufft bei ihnen als Wärme.

"Das ist auch so gewollt", erklärt Professor Dr. Alexander Pfeifer vom Pharmazentrum Bonn. "Braunes Fett wirkt wie ein natürliches Heizaggregat. Säuglinge etwa würden ohne diesen Mechanismus sehr schnell auskühlen."

Auch Erwachsene haben braunes Fett

Bislang dachte man, dass braunes Fett nur in Neugeborenen vorkommt und mit dem Alter verloren geht. In diesem Jahr konnten forscher jedoch nachweisen, dass das nicht stimmt: Auch Erwachsene haben demnach in ihrer Nackenregion ein braunes Fettdepot. Bei Menschen mit starkem Übergewicht ist dieses Depot aber nur wenig aktiv oder fehlt ganz.

Die Forscher konnten nun zeigen, welche Signale den Körper zur Produktion brauner Fettzellen anregen. Eine Schlüsselrolle übernimmt dabei ein Signalweg, der von dem Enzym PKG gesteuert wird. Dieser Signalweg bewirkt, dass sich die Stammzellen des Fettgewebes zu braunen Fettzellen entwickeln und schaltet die massenhafte Produktion von Mitochondrien an.

 

Hoffnung für die Therapie von Übergewichtigen

Die Forscher vermuten, dass eine Störung des braunen Fettgewebes bei Erwachsenen zu Übergewicht führt. Könnte man bei ihnen das "natürliche Heizaggregat" wieder anschalten, könnte das die unerwünschten Fettpölsterchen schmelzen lassen: 50 Gramm aktives braunes Fettgewebe reichen nach Schätzungen aus, um den Ruheenergieverbrauch um 20 Prozent in die Höhe zu treiben.

"Bei gleicher Ernährung und Aktivität würden die Fettreserven um fünf Kilo pro Jahr abschmelzen", erläutert der Bonner Pharmakologe. "Das macht unsere Ergebnisse natürlich auch aus therapeutischer Sicht interessant: Indem wir den PKG-Signalweg im braunen Fett aktivieren, wollen wir gewissermaßen Fett mit Fett bekämpfen."


03.12.2009 | Von: Dorothee Steeb; Bild: iStockphoto

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