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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Ernährungsmedizin

Fragwürdige Trend-Diät


Verbraucherzentrale warnt vor "Metabolic Balance"


Mit einem an den Stoffwechsel angepassten Ernährungsplan sollen sowohl Fettpolster verschwinden, als auch Vitalität und Gesundheit bis ins hohe Alter erhalten bleiben. Das versprechen die Befürworter der neuen und kostspieligen Trend-Diät "Metabolic Balance". Die Verbraucherzentrale Thüringen warnt vor Jojo-Effekt und gesundheitlichen Gefahren.

Die Diät beginnt unter anderem mit einer Blutuntersuchung. Selbst wenn die nur einmalig ermittelten Blutwerte tatsächlich aussagekräftig sind, fehlt bisher der nachgewiesene Zusammenhang zur erfolgreichen Gewichtsreduzierung. Wissenschaftlich ebensowenig begründet sind Regeln, wie die letzte Mahlzeit vor 21 Uhr zu beenden oder beim Kochen auf Öl zu verzichten. Noch fragwürdiger ist jedoch die Zuweisung der erlaubten Lebensmittel. So darf der eine unter anderem Aprikosen und Schafs-Feta essen, wo hingegen einem anderen Kiwis und Limburger empfohlen werden.

Jojo-Effekt vorprogrammiert 

Klar ist hingegen die sehr niedrige Energiezufuhr. Die Teilnehmer nehmen also vor allem dadurch ab, dass sie Kalorien sparen. "Nicht nur hier zeigt diese Diät, dass sie nichts anderes ist als eine gewöhnliche Reduktionskost", sagt Vera Schrodi von der Verbraucherzentrale Thüringen. "Ohne ein zusätzliches Bewegungsprogramm ist deshalb langfristig der bekannte Jojo-Effekt aufgrund körperbedingter Anpassungen vorprogrammiert", warnt die Ernährungsexpertin. 

Im Krankheitsfall nicht ohne ärztlichen Rat

Ein weiterer Kritikpunkt der Verbraucherschützer: Die Diät wird auch Menschen mit Diabetes Typ 2, Rheuma, chronischer Migräne, Fettstoffwechselstörungen oder Bluthochdruck empfohlen. Dazu Vera Schrodi: "Ohne ausdrücklichen ärztlichen Rat empfehlen wir, im Krankheitsfall von dieser Diät Abstand zu nehmen. Das Wissen der meisten Betreuer reicht nach unserer Auffassung nicht aus, um Krankheiten angemessen zu therapieren." 

Entscheidend für langfristige Abnehmerfolge seien hingegen ein gesundes und ausgewogenes Essverhalten, maßvolle und abwechslungsreiche Lebensmittelauswahl und viel Bewegung.


21.01.2010 | Von: Dorothee Steeb