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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Vorsorge für Kinder

Kinderärzte loben Hartz-IV-Urteil


Sinnvolle Reformen für sozial benachteiligte Kinder


Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) bewertet das gestern ergangene Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu den Hartz-IV-Regelsätzen positiv. Der Verband fordert die Politik auf, nun sinnvolle neue Regelungen für mehr Chancengleichheit sozial benachteiligter Kinder aufzustellen.

Es ist eine traurige Tatsache, dass Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien in allen Bereichen der Gesundheit und Lebensqualität schlechtere Chancen haben. Sie werden seltener gestillt, geimpft und zum Arzt gebracht. Später rauchen sie öfter. Auch Bewegungsarmut, Übergewicht und psychischen Auffälligkeiten kommen bei armen Kindern deutlich häufiger vor.

Mehr Geld allein reicht nicht

Eine gute finanzielle Ausstattung von Kindern, die in Hartz-IV-Familien leben, sei deshalb dringend notwendig. Mit mehr Geld allein sei es aber nicht getan, sagt Dr. Ulrich Fegeler vom BVKJ: „Viel mehr geht es nun darum, sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen Bildung und gesellschaftliche Teilhabe von Anfang an zu ermöglichen." Die Politik müsse den gesamten Bereich der Frühförderung ausbauen und qualitativ verbessern, um die Chancen aller Kinder auf einen guten Schulabschluss und damit auf eine gute Sozialprognose zu erhöhen.

Vorschulische Betreuung verbessern

Der Verband hält es für notwendig, das vorschulische Betreuungssystem auszubauen und qualitativ zu verbessern. Die medizinischen Hilfemöglichkeiten wie Logopädie, Ergotherapie oder Krankengymnastik können frühkindliche Förderdefizite von Kindern aus Familien mit mangelhafter Entwicklungsanregung nicht ausgleichen. Die Förderung müsse – wo Eltern sie nicht leisten können - in pädagogischen Einrichtungen stattfinden.

Diese müssten für alle Kinder kostenfrei sein und einen besseren Betreuungsschlüssel haben als bisher. Darüber hinaus fordern die Kinder- und Jugendärzte Nachhilfe und kostenlose, gesunde Mahlzeiten in Kindertagesstätten und Schulen.


10.02.2010 | Von: Dorothee Steeb