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Unsichere Darmkrebsfrüherkennung


Viele Stuhltests liefern fehlerhafte Ergebnisse


Zur Früherkennung von Darmkrebs werden in Deutschland verschiedene Stuhltests angeboten. In einer soeben in der Fachzeitschrift "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" publizierten Vergleichsstudie zeigten sich jetzt Unterschiede in der Genauigkeit, mit der sie einen Darmkrebs oder seine Vorstufen anzeigen.

 Die beste Vorsorge ist die Darmspiegelung

"Die beste Vorsorgeuntersuchung ist eine Darmspiegelung", sagt Professor Gabriela Möslein vom Verein Düsseldorf gegen Darmkrebs e.V. Die Darmspiegelung ist oftmals auch eine Therapie, da Ärzte Polypen, die Vorstufen des Darmkrebs, dabei entfernen können. "Leider schrecken viele Leute noch vor einer Darmspiegelung zurück", sagt die Chefärztin für Chirurgie. Diesen Menschen rät sie, im Alter ab 50 ein- bis zweimal im Jahr einen Stuhltest durchzuführen.

Neben dem von den Krankenkassen bezahlten Guajak-Test wurden in den letzten Jahren mehrere neue Tests eingeführt. Die meisten weisen wie der Guajak-Test für das Auge unsichtbare Blutspuren nach, die vom Tumor freigesetzt werden. Da aber nicht jeder Darmkrebs dauerhaft blutet, sind alle Stuhltests lückenhaft. Der M2PK-Test weist kein Blut, sondern ein Enzym nach, das von Polypen und Tumoren freigesetzt wird.

Die Studie hat die Zuverlässigkeit von sieben Tests verglichen. Darunter war auch ein verbesserter Guajak-Test. Das Ergebnis war trotzdem ernüchternd: "Die einzelnen Stuhltests haben auch manchmal fortgeschrittene Polypen und Darmkrebs übersehen", sagt Professor Möslein. Der Anteil der richtig erkannten Tumore lag nur zwischen neun und 27 Prozent, wobei der neue Enzymtest am besten abschnitt.

Enzymtest: Zu viele Fehlalarme

Die Chirurgin hält ihn dennoch nicht für empfehlenswert, weil er mit Abstand am häufigsten Fehlalarm schlug: Bei vielen positiven Tests wurde in einer späteren Darmspiegelung gar kein Tumor gefunden.

Die besten Ergebnisse erzielten die vier Antikörper-Tests sowie der verbesserte Guajak-Test. "Diese sollten deshalb den älteren Guajak-Test ersetzen", sagt Professor Möslein. Noch lieber wäre es ihr allerdings, wenn sich mehr Menschen für eine Darmspiegelung entscheiden würden.


12.03.2010 | Von: Dorothee Steeb; Bild: Dr. Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum

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