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Embolierisiko nach Operationen
Nicht unterschätzen, sondern vorbeugen
Das Risiko, dass sich nach einer Operation ein Blutgerinnsel bildet und lebenswichtige Gefäße verschließt, ist möglicherweise höher als bisher angenommen. Darauf deutet eine aktuell im British Medical Journal veröffentlichte Studie mit über einer Million Frauen mittleren Alters hin. Betroffene sollten daher die übliche Thrombose-Prophylaxe unbedingt sorgfältig durchführen und sich nach der OP möglichst schnell wieder bewegen.
„Nach einer stationären Operation ist das Risiko für eine tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie nicht nur – wie bisher angenommen - in den ersten zwei Wochen erhöht, sondern steigt bis zur dritten Woche steil an“, sagt Professor Dieter Köhler, Leiter der Lungenklinik Kloster Grafschaft in Schmallenberg. Wie aus der britischen Studie hervorgeht, ist es in dieser Zeit um das 110-fache höher im Vergleich zu nicht operierten Frauen. Selbst sechs Wochen nach einer OP ist es noch um das 70-fache erhöht, nach 12 Wochen um das 20-fache. Danach nimmt es zwar stetig ab, ist aber trotzdem selbst nach 12 Monaten noch viermal höher als normal.
Bald wieder bewegen
Um das Risiko eines gefährlichen Blutgerinnsels zu senken, sollte konsequent mit blutverdünnenden Medikamenten wie Heparin vorgesorgt werden. „Besonders wichtig ist auch eine rasche Mobilisierung nach der OP, das heißt: so bald und oft wie möglich das Bett verlassen und umherlaufen, um die Durchblutung anzuregen", rät Köhler. Das Risiko ist stark von der Art der OP und der damit für den Patienten verbundenen Immobilität abhängig. Besonders hoch ist es deshalb nach Hüft- oder Knieoperationen, nach denen sich die Patienten lange nicht bewegen können.
Zusätzliche Risikofaktoren
Rauchen, Diabetes und stark erhöhte Cholesterinwerte wirken sich zusätzlich ungünstig aus. „Aber auch eine birnenförmige Figur mit einer bevorzugten Ansammlung von Fettgewebe an den Hüften und Oberschenkeln scheint bei Frauen das Thrombose-Risiko zu erhöhen, selbst wenn sie nicht übergewichtig sind“, sagt Köhler. Männer mit einer apfelförmigen Figur mit Fett an Bauch und Taille sind noch stärker gefährdet. Zu diesem Ergebnis kommt eine andere aktuelle Studie mit mehr als 50.000 weiblichen und männlichen Teilnehmern, die über einen Zeitraum von über zehn Jahren beobachtet wurden.
Die Forscher vermuten, dass die Zellen im Fettgewebe Hormone bilden, die die Blutgerinnung verstärken. Insbesondere Menschen mit diesen Risikofaktoren sollten die Thrombose-Vorsorge unbedingt ernst nehmen und konsequent durchhalten.



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