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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Vorsorge für Kinder

Krummer Rücken durch Schulranzen


Schwere Schulranzen belasten die Bandscheiben


Schwere Schulranzen können Kinderrücken stark schädigen. Die genauen Auswirkungen auf die Rückengesundheit der Kinder haben amerikanische Forscher erstmals mit einem speziell entwickelten Magnetresonanztomografen gezeigt: Je schwerer der Schulranzen ist, desto stärker werden die Bandscheiben, insbesondere im unteren Rücken, gequetscht. Auch die Krümmung der Wirbelsäule zur linken oder zur rechten Seite nimmt mit steigendem Gewicht des Ranzens zu.

„Eine verringerte Bandscheibenhöhe und eine einseitige Körperhaltung gelten auch als Ursachen für Rückenschmerzen bei Kindern. Im Laufe der Schuljahre kann das zu chronischen Rückenbeschwerden führen“, warnt Kinder- und Jugendarzt Ulrich Fegeler.

Ranzen nicht nur mit einer Schulter tragen

Die Forscher der kalifornischen Universität in San Diego machten bei acht Kindern von durchschnittlich elf Jahren Aufnahmen der Wirbelsäule ohne Belastung und mit Schulranzen, die jeweils 10, 20 und 30 Prozent des Körpergewichts wogen, also etwa vier, acht und zwölf Kilogramm schwer waren. „Die Veränderungen an Bandscheiben und Haltung sind vermutlich noch stärker, wenn die Kinder nicht, wie in der Studie, den Schulranzen mit den Riemen um beide Schultern tragen, sondern nur über eine Schulter gehängt“, sagt Fegeler. 

Idealer Schulranzen liegt eng am Rücken an

Vergangene Studien haben nachgewiesen, dass durch die Riemen die Blutzirkulation im Schulterbereich nur noch eingeschränkt funktioniert. Das ist bereits bei einer Last von 10 Prozent des Körpergewichts der Fall und kann zu Ermüdungserscheinungen in den Schultern führen. Idealerweise sollte der Schulranzen eng am Rücken liegen und die Rückwand des Ranzens sich der Wirbelsäulenform anpassen. Die Oberkante sollte am Schulter- und die Unterkante am Beckengürtel abschließen. Schwere Bücher gehören in ein Fach nah am Rücken, die leichten Sachen in die vordere Fläche, damit das Hauptgewicht zentral am Rücken getragen wird und die Kinder nicht in eine Ausgleichshaltung rutschen.


25.02.2010 | Von: Dorothee Steeb