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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Vorsorge für Kinder

Mobbing in der Schule


Anzeichen für Mobbing erkennen und möglichst früh eingreifen


Wenn ein Kind nicht mehr in die Schule gehen will, morgens oft Bauchschmerzen hat oder sich plötzlich seine Freunde abwenden, können dies Anzeichen sein, dass es in der Schule gemobbt wird. Etwa neun Prozent der 12,3 Millionen Schüler in Deutschland sind Opfer von Mobbing. Eine Sonderform ist das Cyber-Mobbing, das öffentliche Beleidigen und Bloßstellen im Internet.

"Beschädigte oder verschwundene Schulsachen oder gar Prellungen und Kratzer am Körper sind Warnsignale. Kinder, die gemobbt werden, schämen sich oft und leiden still", sagt Dr. Maik Herberhold vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie (BKJPP). Bei Mobbing-Verdacht rät er Eltern, ihr Kind anzusprechen, damit sie über ihre Probleme erzählen können.

Stellung beziehen, statt wegsehen

Wird ein Kind erst seit kurzem gemobbt, reicht es oft aus, mit ihm gemeinsam das Verhalten in Situationen zu üben, in denen es unter Druck gesetzt wird. Es lernt so, sich zu wehren. „Wird das Kind jedoch bereits seit längerer Zeit gemobbt, ist es sinnvoll, sich mit dem Klassenlehrer oder der Schulleitung in Verbindung zu setzen, damit diese Stellung dazu beziehen“, sagt Herberhold.

Sie müssen die Täter zur Rede stellen, aktiv in die Lösung einbeziehen und das Opfer unterstützen. Den zusehenden Mitschülern und möglichst auch den Tätern kann ein Perspektivenwechsel - etwa in einem Rollenspiel - die psychischen Folgen für das Opfer klar machen. 

Frühes Eingreifen verhindert Eskalation

Mobbing ist ein gruppendynamisches Phänomen, das eskaliert, wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird. Bestimmte Persönlichkeitszüge fördern dabei die Gefahr, Opfer zu werden. „Häufig sind Schüler betroffen, die überangepasst oder ängstlich sind und ein geringes Selbstwertgefühl haben", sagt der Kinderpsychiater. Auch auffälliges Aussehen, Ungeschicklichkeit oder eine niedrige Frustrationstoleranz machen ein Kind oft zum Ziel von Angriffen. Doch das müssen Eltern und Kinder nicht einfach hinnehmen, sondern können aktiv etwas dagegen tun.


23.02.2010 | Von: Dorothee Steeb